Stolberg - Abschied vom Steinweg, aber nicht von der Kunst

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Abschied vom Steinweg, aber nicht von der Kunst

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
Die Galeristin (links) im Gesp
Die Galeristin Christa Oedekoven im Gespräch mit Gästen der Steinweg-Galerie - ein Bild, das nun der Vergangenheit angehört.

Stolberg. Man steht oder sitzt zusammen, plaudert bei Getränken und Kanapees, genießt das Betrachten der Kunstwerke - wie so oft in den vergangenen knapp dreieinhalb Jahren.

Doch diesmal schwebt ein wenig Wehmut über der Szenerie, denn der Anlass, zu dem sich Kunstinteressierte, Freunde und Bekannte treffen, ist nicht nur die Finissage der Ausstellung „4 of a kind”, die abstrakte Werke der Künstlerinnen Gabriele Plaß, Uschi Zantis, Ria Peerboom und Elfi Sautot zeigt. Es ist vielmehr zugleich die Finissage der bekannten Steinweg-Galerie.

„Wir haben die Räumlichkeiten in dem Wissen angemietet, dass wir sie auch wieder freigeben, sobald dieses Ladenlokal mit dem daneben liegenden zusammengeführt wird, um als Ganzes verpachtet zu werden. Nun ist es soweit - es kam zwar etwas plötzlich, aber eigentlich waren wir ja von Anfang an darauf vorbereitet”, erklärt Christa Oedekoven, die die Steinweg-Galerie mit Unterstützung ihres Mannes Karl-Heinz Oedekoven betreibt. Beide leiteten auch die letztjährige Artibus-Ausstellungsreihe in der Burg-Galerie und initiierten die Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg”.

Mit der Ausstellung „Volltreffer” von Professor Hans Stuchlik begann im Frühjahr 2008 das künstlerische Treiben im Steinweg 1-11. Ein Dutzend Ausstellungen organisierte die Galeristin seitdem. Da einige Gemeinschaftsausstellungen darunter waren, zeigte Oedekoven in den letzten dreieinhalb Jahren insgesamt Werke von 27 Künstlern. Die Kunstszene der Kupferstadt wird künftig um einen aktiven wie vielfältigen Standort ärmer sein. Doch für einen Nachruf sei die Zeit überhaupt nicht reif, bekräftigt Oedekoven: „Die Steinweg-Galerie wird virtuell erhalten bleiben, also über das Internet Künstler und ihre Werke vorstellen. Außerdem ziehen mein Mann und ich uns nicht aus dem Kunstleben zurück, sondern betreiben die galeristische Arbeit jetzt mobil, quasi ambulant.”

Geplant seien weiterhin Kunstausstellungen und Benefizkonzerte in der Kupferstadt. Im Namen der Steinweg-Galerie sollen dafür in Zukunft Standorte wie das Museum Zinkhütter Hof oder „Haus Patio”, in dem Kunst unter dem Motto „Upper Art Level” gezeigt wird, genutzt werden. „Auch wenn wir in diesem Jahr bei ?Kunst auf dem Weg nicht vertreten sind, nehmen wir bei der folgenden Auflage gerne wieder teil und gestalten ebenso die dritte Art Tour de Stolberg mit”, verspricht Oedekoven. Die mobile Aktivität der Galeristin werde sich auf Stolberg, Eschweiler und das Eupener Land erstrecken.

Derzeit organisiert Christa Oedekoven Kurse in Moderner Malerei mit Antonio Máro an der Akademie Ramírez-Máro im belgischen Hauset. Auf die „stationäre” Zeit im Steinweg blickt sie wohlwollend zurück: „Es war eine riesige, belebende Erfahrung mit vielen tollen Begegnungen - künstlerisch wie menschlich. Ich habe viele freundschaftliche Verhältnisse zu Künstlern und interessierten Besuchern aufbauen können.”

Veranstaltungen, allen voran die Vernissagen, seien sehr gut besucht gewesen, im weiteren Verlauf der Ausstellungen aber habe sich die Problematik des schwierigen Standorts Steinweg offenbart.

Freiheit für neue Projekte

Dennoch bereut die Galeristin die Entscheidung, es mit der Steinweg-Galerie versucht zu haben, nicht. „Es war von vorneherein klar, dass es sich wirtschaftlich nicht rentiert, und daher als Hobby und nicht als Geschäft geplant. Und es ist ein sehr schönes Hobby”, meint Oedekoven, die bei aller Wehmut über die Schließung der Kunststation am Steinweg die positiven Seiten sieht: „Wir haben jetzt die Freiheit, neue Projekte zu starten, und können auch unser Privatleben, das schon etwas gelitten hat, ausgiebig genießen. Ambitionen, eine Galerie an einem neuen festen Standort zu eröffnen, haben wir deshalb nicht.” Andererseits heiße es natürlich nicht zu Unrecht „sag niemals nie”, sinniert Oedekoven und schließt die Pforte der Steinweg-Galerie ein letztes Mal.
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