Abhängen und Regress statt Plakatrahmen

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Keine zusätzlichen Plakatrahmen, sondern das Entfernen wilder Plakate, wie hier an der Salmstraße, und die Regressnahme der Verursacher fodert die Politik von der Verwaltung ein. Foto J. Lange Foto: Lange

Stolberg. Plakate an Laternen empfinden Stolbergs Parteien zwar alle paar Jahre für einen gewissen Zeitraum als Zierde, aber ein derartiges Erscheinungsbild als Dauerzustand trifft nicht ihren Geschmack.

Kommerzielle Werbeflächen auf städtischem Grund und Boden wird es auch in der Zukunft nicht geben. Einstimmig versagen sie im Ausschuss für Stadtentwicklung dem Vorschlag der Verwaltung, Plakathalter mit Aluminiumrahmen mit einer Fläche von einem Quadratmeter durch Werbefirmen an Laternen installieren und betreiben zu lassen, eine Absage.

Die Gründe für das deutliche Nein sind vielseitig. „Wir können uns mit dem Gedanken, die Laternen zu bepflastern, nicht anfreunden”, hat Rolf Engels (SPD) das Stadtbild im Blick. „Was machen die Vereine, wenn wir ein Monopol erlauben”, fragt Paul Kirch (CDU). „Wiegt die Pacht die Gebühren auf, die wir für die genehmigungen für legales Plakatieren kassieren”, möchte Bernd Engelhardt (FDP) wissen. Und „zu viele ungeklärte Fragezeichen” hinter dem Projekt sieht Dr. Fanz-Josef Ingermann (Grüne).

Offene Fragen ungeklärt

Einig sind sich alle Fraktionen darüber hinaus in einer Einschätzung. „Auch mit solchen Plakatrahmen werden wir das wilde Plakatieren nicht stoppen können”. Denn auch für die Nutzung von Plakatrahmen würde sicherlich ein Obolus an die beauftragte Werbefirma fällig, den wilde Plakateure wohl vermeinden wollen.

Dem wilden Plakatieren den Kampf anzusagen, das ist aber die Intention, die die Verwaltung mit ihrem Vorstoß bezweckt hat. Denn „die wilde Plakatierung zur Anpreisung von nicht städtischen, teilweise noch nicht einmal auf städtischem Gebiet stattfindenden Veranstaltungen, hat deutlich zugenommen”, erklärt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt.

Dem Vorschlag von Mathias Prußeit (Linke), ein alle Fragen klärendes Konzept zur Problematik von der Verwaltung erarbeiten zu lassen, folgt der Ausschuss nicht getreu dem von Rolf Engels vorgegebenen Motto „Wir sind gegen eine legalisierte wilde Plakatierung”.

Allerdings geben die Liberalen noch einen Tipp mit auf den Weg, den die Verwaltung einmal intensiver ins Auge nehmen soll: „Die Plakate entfernen und den Verursacher in Regress nehmen”, fordert Engelhardt.
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