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Ab Oktober gibt es die Ehrenamtskarte auch in Stolberg

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Auch bei der Feuerwehr engagieren sich viele Ehrenamtler. Ihre Arbeit soll wie die aller ehrenamtlich Engagierten in Stolberg zukünftig durch die Vergabe der Ehrenamtskarte gewürdigt werden. Foto: stock
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Die Beteiligung Stolbergs an der Ehrenamtskarte haben Andrea Hankeln für das Land und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler gestern auf der Burg offiziell besiegelt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Dass man sich als 184. durchaus wie ein Sieger fühlen kann, ist seit Donnerstag belegt. Knapp fünf Jahre nach der landesweiten Einführung wird es die Ehrenamtskarte zukünftig auch in Stolberg geben. Das macht die Vertreter von Stadt und Land nach eigener Aussage mächtig stolz, auch wenn 183 Kommunen in Nordrhein-Westfalen schneller gewesen sind.

Vor der offiziellen Einführung zum 1. Oktober wurde es deshalb feierlich im Trauzimmer der Burg. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung durch Bürgermeister Ferdi Gatzweiler und Referatsleiterin Andrea Hankeln vom Landesfamilienministerium wurde die Beteiligung der Kupferstadt förmlich besiegelt. Und wenn auch die Wahl der Räumlichkeit, in der sich schon viele Stolberger das Ja-Wort gegeben haben, auf den ersten Blick etwas erstaunte, so war sie irgendwie doch passend für diesen Anlass. Denn, so gab der Bürgermeister zu bedenken: „Wir gehen hier heute ja mit vielen Partnern eine Verbindung ein.“

Für den Anfang sind es zunächst 16 Unternehmen und Geschäfte, die sich in Stolberg an der Aktion beteiligen und dem Besitzer einer Ehrenamtskarte Rabatte gewähren. Hinzu kommen Vergünstigungen bei den Verwaltungsgebühren, im Schwimmbad, bei der Volkshochschule und in der Stadtbücherei.

„Die Leute stolz machen“

Dass dies nun den großen „Run“ auf die Kooperationspartner auslösen wird, ist allerdings nicht anzunehmen. „Die Ehrenamtlichen sind keine Rabattjäger“, betonte Andrea Hankeln und verwies auf aktuelle Untersuchungen, die besagen, dass die bislang rund 20.000 mit einer Karte ausgestatteten Ehrenamtler ihre Karte im Durchschnitt lediglich ein bis zwei Mal pro Monat einsetzen. Viel mehr als auf mögliche Preisnachlässe legten die ehrenamtlichen Helfer Wert auf die Anerkennung, die mit dem Ausstellen der Ehrenamtskarte verbunden sei, so die Referatsleiterin. In diesem Sinne machte sie auch Ferdi Gatz-weiler Hoffnung, der sich kurz zuvor gewünscht hatte, „dass alleine die Tatsache, dass man im Besitz dieser Karte ist, die ehrenamtlich engagierten Menschen in Stolberg stolz machen wird“.

Jeder dritte Deutsche ist ehrenamtlich tätig. „Ohne diese Ehrenamtler würde unsere Gesellschaft gar nicht mehr funktionieren“, erklärte der Bürgermeister. Auch deshalb will die Stadt zukünftig einmal im Jahr dieses Thema in den Blickpunkt rücken. Immer am 5. Dezember, dem internationalen Tag des Ehrenamtes, soll es eine Veranstaltung geben. „Um unseren Dank zum Ausdruck zu bringen, aber auch, um das Modell weiterentwickeln und neue Ehrenamtler zu gewinnen“, wie Paul Schäfermeier ankündigt. Der städtische Seniorenbeauftragte ist gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Hans-Josef Wellmann, federführend mit dem Thema Ehrenamtskarte beschäftigt. Für Wellmann hatte Andrea Hankeln auf der Burg ein besonders großes Kompliment reserviert: „Sie sind ein Ehrenamtler, der sich für Ehrenamtler einsetzt. Damit sind Sie ein großes Vorbild.“

Dem sollen, so hofft auch der so Gelobte, möglichst viele Stolberger folgen, denn: „In unserer alternden Gesellschaft werden Ehrenamtler immer mehr gebraucht. Wenn wir die Menschen davon nicht überzeugen können, ist unser soziales Miteinander ernsthaft gefährdet.“

Die Vergabe der Ehrenamtskarte ist an klare Bedingungen geknüpft. „Voraussetzung sind mindestens fünf Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr. Außerdem darf das Engagement nicht mit einer Aufwandsentschädigung vergütet werden“, betonte Referatsleiterin Hankeln. Die Erstattung von Material- und Benzinkosten hingegen sei erlaubt.

Erlaubt, aber nicht gewünscht, ist ein hoher bürokratischer Aufwand bei der Beantragung. Den wird die Verwaltung, das versicherte Ferdi Gatzweiler, zu vermeiden wissen. „Wir wollen ja einen Anreiz schaffen und die Leute nicht abschrecken.“

Mit dem Startschuss am 1. Oktober wird die Stadt Stolberg über einen Link auf ihrer Homepage (www.stolberg.de) immer aktuell über die Kooperationspartner informieren. „Die Ehrenamtskarte kann aber in ganz Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden“, gab Andrea Hankeln zu bedenken. Genau 396 Städte und Gemeinden gibt es in NRW – und damit noch genügend Möglichkeiten für Kommunen, sich als Sieger zu fühlen, auch wenn sie nicht die Ersten sind.

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