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Ab Juli wird auf der Vennbahntrasse ein Radweg gebaut

Von: dm
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Stolberg. Die Gleise werden bis Ende März abgebaut, Büsche und Gestrüpp werden entfernt, die Strecke wird vermessen, die Pläne werden ausgearbeitet, der Bauantrag wird gestellt - und dann soll schon im Juli mit den Bauarbeiten begonnen werden: Aus der Trasse der alten Vennbahn wird ein neuer Radweg.

Zunächst wird die 13 Kilometer lange Strecke zwischen der Staatsgrenze im Bereich Roetgen/Raeren und dem Bahnhof in Lammersdorf ausgebaut, die Arbeiten beginnen in Höhe der „Himmelsleiter” an der B 258. Im nächsten Jahr sollen dann die Arbeiten im Bereich zwischen Lammersdorf und Kalterherberg folgen. Wann aber der neue Radweg durch das Venn eröffnet werden kann, dies ist derzeit noch ungewiss.

160 Tage Bearbeitungszeit

Mit dem Interreg-Projekt „Vennbahn-Route” hat sich nun auch der Simmerather Strukturausschuss befasst, die Verwaltung informierte über den Stand der Dinge.

Demnach ist das Höfener Ingenieurbüro Roder derzeit dabei, die gesamte Strecke zu vermessen, um dann den Bauantrag für den ersten Streckenabschnitt auszuarbeiten. Die Unterlagen wurden Mitte Januar bei den zuständigen belgischen Behörden eingereicht, da die Trasse der Vennbahn belgisches Hoheitsgebiet ist.

Ein Problem dabei, so erläuterte Baudezernent Uwe Zink von der Städteregion gegenüber der Gemeinde Simmerath, sei die Komplexität der belgischen Behördenstrukturen und der grenzüberschreitende Charakter des Projektes, dies „führe zu Komplikationen”, da die belgische Genehmigungsbehörde eine Bearbeitungszeit von 160 Tagen beanspruche. „Und das wiederum gefährdet den vorgesehenen Zeitplan”, so Uwe Zink. Vor diesem Hintergrund bemühen sich die Projektpartner „in ständigem Kontakt mit der belgischen Genehmigungsbehörde” darum, die Bearbeitungszeit „deutlich zu verkürzen”.

Anfang Dezember hat der Städteregionsausschuss die Firma Kuhl GmbH aus Euskirchen damit beauftragt, die Bahntrasse freizuschneiden. Von der belgischen Grenze im Bereich Raeren/Roetgen wird sich das Unternehmen nach Süden hin vorarbeiten, die Arbeiten sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Allerdings ist das Vorhaben von der Witterung abhängig.

Gleisabbau neu ausgeschrieben

Schon vor mehr als einem Jahr wurde mit Freischneidearbeiten begonnen, seither liegen auf weiten Teilen der Trasse Äste und Gebüsch auf den Schienen, mitunter wurden dadurch die „Wanderwege” neben der Trasse behindert.

Abgebaut werden dann auch die noch vorhandenen Gleise. Ursprünglich sollte der Abbau schon im Sommer des letzten Jahres erfolgt sein. Weil aber der Stahlpreis drastisch gesunken war, hatte das von der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens beauftragte Unternehmen sein Angebot zurückgezogen und weigerte sich, die Arbeiten zum vereinbarten Preis durchzuführen. Vor diesem Hintergrund musste der Abbau der Gleise im Dezember noch einmal ausgeschrieben werden. Nun sollen die Arbeiten an den Gleisanlagen bis Ende März abgeschlossen sein.

Nach Angaben der beteiligten belgischen und deutschen Umweltämter werden Landschaft und Natur im nördlichen Teilabschnitt der Vennbahnroute von der Grenze bis nach Lammersdorf nicht beeinträchtigt, da in diesem Bereich keine Natura 2000- oder FFH-Gebiete tangiert werden. Anders ist dies im südlichen Teilabschnitt zwischen Lammersdorf und Kalterherberg. Derzeit ist die Landschaftsbehörde der Städteregion dabei, „die kritischen Bereiche” zu definieren, für die eine Verträglichkeitsstudie erforderlich ist.

Querungen werden ausgestaltet

Die Querungsstellen an den Gemeindestraßen, den Feld- und Wirtschaftswegen müssen ausgestaltet werden, dazu werden demnächst Gespräche mit den Tiefbauämtern der beteiligten Kommunen geführt. In Roetgen ist dies bereits geschehen, da dort mit den Arbeiten begonnen wird. Die Gestaltung der Querungsstellen an klassifizierten Straßen muss mit dem Landesbetrieb Straßenbau abgestimmt werden. Die wohl kritischste Stelle ist dabei die Querung der Himmelsleiter.

Die Gemeinde Simmerath hat sich verpflichtet, für den Aus- und Umbau der Vennbahntrasse zum Radweg anteilige Kosten zu übernehmen, insgesamt knapp 100.000 Euro. Mit der Ravel-Route wird der längste zusammenhängende grenzüberschreitende Radwanderweg auf der stillgelegten Trasse der Vennbahn verwirklicht. Im Gebiet der Städteregion Aachen (Roetgen, Simmerath und Monschau) hat der Radweg eine Gesamtlänge von 28,5 Kilometern.
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