60 Prozent: Satte Steigerung der Friedhofsgebühren

Von: Robert Flader
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Stolberg. Es hatte sich angekündigt, nun ist es Gewissheit: Der Rat hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, die Gebühren für Nutzungsrechte an Grabstellen um über 60 Prozent zu erhöhen.

Dies sei ausschließlich auf die „Vollkostendeckung der überschuldeten Stadt” zurückzuführen, sagt Fachbereichsleiter Josef Braun, und ein demzufolge notwendiger Schritt, an dessen Ende weitere einschneidende Änderungen, von denen fast alle Stolberger Friedhöfe betroffen sind.

Zentralfriedhof Bergstraße

Als „Maßnahme zur Kosteneinsparung im Friedhofswesen”, wie es in einer Vorlage heißt, sollen zum Beispiel auf dem Friedhof Buschmühle wie geplant keine neuen Nutzungsrechte mehr vergeben werden, bestehende Grabflure so lange weiter gepflegt, bis die Nutzungsrechte abgelaufen sind. Den Buschmühlener Platz als Zentralfriedhof soll nun der Friedhof an der Bergstraße einnehmen.

Dieser wird entsprechend umgestaltet und unter anderem mit einer Fangdrainage versehen. Die Kosten sollen sich Schätzungen zufolge auf 380.000 Euro belaufen. Darüber hinaus wird von der Sanierung der Friedhöfe Atsch, Büsbach, Donnerberg und Münsterbusch mit dem Ziel der Genehmigung von Erdbestattungen abgesehen. Insgesamt sollen durch die Maßnahmn Kosten in Höhe von knapp über 100.000 Euro eingespart werden.

Barrierefreier Zugang

Zusätzlich soll im Zuge der Kostenreduzierung auch der vom Behindertenbeirat geforderte barrierefreie Zugang zum Friedhof Bergstraße wie folgt realisiert werden: Die Flure eins bis zwölf werden nicht belegt, während der steile Teil des Friedhofes „langfristig außer Betrieb geht”, wie es in einer Vorlage der Verwaltung heißt.

Außerdem soll der künftig zu belegende Teil des Friedhofes neu terrassiert und die Wege so gestaltet werden, dass sie von Rollstuhlfahrern befahrbar sind. Weitere Forderungen des Behindertenbeirates sind unter anderem behindertengerechte Parkplätze am Friedhofseingang „Obere Donnerbergstraße” und die Ausschilderung der barrierefreien Erreichbarkeit der Fluren.

Der Rat beschloss in seiner jüngsten Sitzung auch, die seit dem 19. Dezember 2008 geltende Friedhofssatzung zu erweitern: So schlägt die Verwaltung vor, Ruhezeiten für Leichen und Aschen bis zum vollendeten fünften Lebensjahr der Verstorbenen auf 20 Jahre zu verkürzen. Das gleiche gelte für Aschen ab dem fünften Lebensjahr.

Demographische Entwicklung

Die Verwaltung begründet den Schritt mit der „demographischen Entwicklung der Bevölkerung und dem Wandel in der Friedhofs- und Bestattungskultur”. Auf diese Weise könnten steigende Gebühren abgemildert werden.
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