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3923 Hunde bringen der Stadt 450.000 Euro pro Jahr

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Hundehalter müssen in Stolberg tief in die Tasche greifen: 102 Euro Steuern kassiert die Stadt für einen Vierbeiner. Foto: D. Gerhards

Stolberg. Hunde können ihre Besitzer in Stolberg ganz schön teuer zu stehen kommen. Denn in der Hundesteuer-Rangliste der Region liegt die Kupferstadt weit vorne. Wer einen Hund hält, zahlt 102 Euro jährlich. Wer zwei Vierbeiner hat, zahlt 150 Euro pro Hund.

Halter von drei oder mehr Hunden zahlen sogar 204 Euro pro Tier.

Diese Steuersätze gelten seit Januar 2012. Im Rahmen des Stärkungspaktes drehte Stolberg an der Steuerschraube. Bis 2011 kassierte die Stadt für den ersten Hund 87 Euro, bis 2010 lag die fällige Steuer bei 72 Euro. Allerdings seien nicht nur die Hundehalter zusätzlich zur Kasse gebeten worden, betont Roland Gillessen, Leiter des städtischen Steueramtes. Die Grundsteuern A und B, die Gewerbesteuer sowie die Vergnügungssteuer seien ebenfalls angehoben worden. „Keiner wurde ausgelassen“, sagt Gillessen.

Insgesamt spülen die 3923 Stolberger Hunde jährlich rund 450.000 Euro in die Stadtkasse. Die Hundesteuer hat zwei Funktionen. Einerseits diene sie dazu, „die Zahl der Hunde in einer Gemeinde zu begrenzen“, so Gillessen. Andererseits gehe es für die Stadt ganz klar darum, mit der Steuer zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Und: Die Steuer ist nicht zweckgebunden. Die Stadt kann das Geld also beispielsweise verwenden, um Haushaltslöcher zu stopfen. „Die Hundesteuer dient zur Finanzierung aller städtischer Aufgaben. Das Geld muss nicht dazu eingesetzt werden, die Gehwege zu reinigen“, stellt Gillessen klar.

Dass andere Städte mit geringeren Steuersätzen auskommen, zeigt ein Blick in die Hundesteuersatzungen der Kommunen in der Region: In Eschweiler zahlt man für einen Hund 86 Euro, für zwei Hunde 105 Euro je Hund, für drei oder mehr Hunde 123 Euro pro Tier. In Herzogenrath zahlt man 96 Euro für einen Hund, für zwei Hunde 108 Euro je Tier, für drei oder mehr Vierbeiner 120 Euro pro Hund. Deutlich unter Stolberg liegen auch Baesweiler (75 / 90 / 102 Euro) und Roetgen (72 / 86,50 / 100,80 Euro). Höher ist das Niveau in Monschau (108 / 135 / 162 Euro) und Aachen (120 / 144 / 156). Trotzdem: Wer mehrere Hunde hält, muss in Stolberg besonders tief in die Tasche greifen.

Und wer seinen Hund nicht anmeldet, der hinterzieht Steuern. Zwar gibt es in Stolberg keine Hundemarken, aber alle fünf Jahre macht die Stadt laut Roland Gillessen eine „Hundebestandskontrolle“. Dabei gehen die Kontrolleure von Haus zu Haus und suchen nicht angemeldete Tiere. „Wenn man erwischt wird, muss man die Steuer nachzahlen – auch rückwirkend“, sagt er. Zusätzlich verhängt die Stadt ein Bußgeld, das sich an der Höhe der hinterzogenen Steuern orientiert. Auch nicht angemeldete Hunde können also richtig teuer werden.

Wer sich gerne einen Hund anschaffen möchte, sollte das aber nicht bloß von der Steuer abhängig machen, meint Gillessen, der selber einen Hund hat. „Wenn man ein Tier halten will, dann sind die Steuern der geringste Teil der Kosten“, sagt er. Futter, Tierarztrechnungen und was sonst noch anfällt belasteten die private Haushaltskasse viel stärker.

Und dennoch bleiben für Hundehalter einige offene Fragen: Ist es gerecht, dass man ab dem zweitem Hunde mehr Steuern zahlt – und zwar für alle Hunde? Wieso werden nur Hunde besteuert? Katzen oder andere Tiere interessieren den Staat dagegen nicht. Und Pferde? Die Städteregion erhebt für das Reitkennzeichen jährlich eine Gebühr von 30,40 bis 39 Euro. Und Ross und Reiter bekommen dafür sogar eigene Wege im Wald.

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