2000-jährige Geschichte von Blei in einem Raum

Von: Toni Dörflinger
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Blei, ein vielfältiger Werkstoff: Jürgen Griesel (vorne) erläutert Annette Grösgen (Mitte) und Dr. Urban Meurer die neue, im Heimat- und Handwerksmuseum präsentierte Ausstellung. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Schon vor rund 2000 Jahren haben die Kelten, und nach ihnen die Römer, im Stolberger Raum Blei- und Zinkerze abgebaut. Aus einer alten Urkunde geht hervor, dass der auf dem heutigen Prym-Gelände gelegene Dollartzhammer im 15. Jahrhundert Standort einer Blei- und Silberhütte war.

1848 wurde an der Zweifaller Straße im Bereich von Binsfeldhammer eine Bleihütte gegründet, die heute als Berzelius-Werk geführt wird: Diese Entwicklung steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die am Samstag im Heimat- und Handwerksmuseum Torburg eröffnet wurde.

Die als Dauerausstellung konzipierte Schau wurde in einem Raum eingerichtet, der bislang ein eher vernachlässigtes Dasein geführt hatte. Wo bisher Mineralien und Fossilien lagerten, ist unter der Leitung von Jürgen Griesel eine Schau entstanden, die den Abbau von Blei und seiner Verwendung dokumentiert.

Der folgerichtig Bleizimmer genannte Raum liegt im Kellerbereich des über mehrere Etagen ausgedehnten Museums und kann samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr besichtigt werden.

Video-Show gibt Einblicke

Neben zwei großen Vitrinen, in denen die Herstellung und vielfältige Verwendung von Blei demonstriert wird, sind im Bleizimmer Bilder und Gegenstände zu sehen, die Einblicke in die Geschichte der Bleigewinnung und -verarbeitung verschaffen.

Ein Blickfang ist zweifelsohne die in einer Nische präsentierte Video-Show, die dem Besucher einen Überblick über die Produktionsmethoden der Berzelius-Bleihütte ermöglicht.

So wird im Rahmen der Multi-Media-Schau unter anderem das 1990 eingeführte QSL-Verfahren präsentiert, das eine umweltschonende Art der Bleiverhüttung darstellt.

Eingerichtet hat das Zimmer Jürgen Griesel. Der frühere Produktionsleiter der Berzelius-Hütte hat, unterstützt vom Management der Bleihütte, von März an viele Arbeitsstunden in die Erstellung des Raumes und der Ausstellung investiert.

So wurde der Raum grundlegend renoviert und die Ausstellung, die auch die Verwendung von Blei im Bereich der Textwiedergabe und der Schutzkleidung demonstriert, musste zusammengetragen und aufgebaut werden. Beteiligt am Aufbau der Schau war auch die Firma Mommer, die Bleipodukte besteuerte.

„Ohne das Engagement der Bleihütte, die auch eine beträchtliche Summe in die Erstellung des neuen Bleizimmers investiert hat, wäre das alles nicht möglich gewesen”, bedankte sich Museumsleiter Professor Dr. Roland Fuchs, der in seiner Eröffnungsansprache den Werdegang der Bleigewinnung und der vielfältigen Verwendung des Produktes Blei skizzierte.

Anließend wurden, da die Raumkapazität des Bleizimmers begrenzt ist, Kleingruppen gebildet, die nacheinander unter der sachkundigen Leitung von Roland Fuchs die neue Ausstellung in Augenschein nahmen.
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