17 Stolberger Kitas sollen mehr Geld erhalten

Von: Michael Grobusch
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In den vergangenen Sommerferien hat die Stadt erstmals ein „Sprachcamp“ angeboten. Mit Hilfe der Landesmittel soll die Sprachförderung jetzt auch in den Kitas intensiviert werden. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die am Mittwoch vom Landtag verabschiedete Revision des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) wird bereits in der nächsten Woche auch die Stolberger Politik beschäftigen. Am Donnerstag kommt der Jugendhilfeausschuss um 18 Uhr zu einer Sondersitzung zusammen, um über den Verteilungsschlüssel für die zusätzlichen Mittel zu entscheiden.

Diese will das Land Nordrhein-Westfalen ab dem 1. August und zunächst für fünf Jahre für die Sprach- und Bildungsförderung in Kindergärten zur Verfügung stellen. „Der Ausschuss wird kurzfristig einberufen, damit die Gelder pünktlich zu Beginn des neuen Kindergartenjahres eingesetzt werden können“, erklärte Willi Seyffarth auf Anfrage unserer Zeitung.

Der städtische Fachbereichsleiter beziffert die Summe der zu erwartenden Mittel auf 300.000 Euro – 200.000 Euro im Rahmen des Programms „plusKita“ und 100.000 Euro für zusätzliche Sprachförderung. Die 200.000 Euro sollen nach Vorstellung des Jugendamtes auf acht Einrichtungen im Stadtgebiet verteilt werden. Dabei habe die Verwaltung im Zuge ihrer Jugendhilfeplanung und auf Basis der Zahl von Kindern aus Familien, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes erhalten, Kitas „mit einem hohen Anteil von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf im Bildungsprozess“ ausgesucht, so Seyffarth.

Zusätzliches Personal

Dort sollen Bildungsarbeit und Sprachförderung verstärkt werden – durch den Einsatz von zusätzlichem Personal, für das die Landesmittel vorgesehen sind. „Wenn der Jugendhilfeausschuss einen positiven Beschluss fasst, können die Träger ihre Personalplanungen frühzeitig angehen“, erklärt der Fachbereichsleiter.

Ein Blick auf die Liste der Kindertagesstätten offenbart einen deutlichen Schwerpunkt im innerstädtischen Bereich. Von „plusKita“ sollen demnach die Spanische Kindertagesstätte (SkF), die katholische Kita Clara Fey sowie die städtischen Einrichtungen Franziskusstraße, Wiesenstraße und Steinweg profitieren. Weiter außerhalb, aber gleichwohl in förderbedürftigen Sozialräumen liegen die städtischen Kitas Pirolweg, Am Holderbusch und Foxiusstraße. In zwei Fällen spricht die Verwaltung explizit von einem „sozialen Brennpunkt“: in der Franziskusstraße und in der Bierweiderstraße (spanische Kita).

Für die Vergabe der 100 000 Euro zur zusätzlichen Sprachförderung hat das Jugendamt ein Punktesystem aufgestellt, das drei Kriterien berücksichtigt: 1) Anzahl der Kinder aus Familien mit Bezug von Hilfen zur Sicherung des Lebensunterhaltes; 2) Anzahl der Kinder, in denen vorrangig nicht Deutsch gesprochen wird; 3) Anzahl der Kinder mit einem besonderen Sprachförderbedarf. Anders als vom Land vorgesehen will die Stadt Stolberg die Mittel jedoch nicht linear in Tranchen von jeweils 5000 Euro weitergeben, „sondern entsprechend des tatsächlichen und sehr unterschiedlichen Förderbedarfes“, so Willi Seyffarth.

Das trifft auf sechs Einrichtungen zu: Franziskusstraße: (11.201 Euro), Pirolweg (7061) Wiesenstraße (6818), Steinweg, Am Holderbusch (jeweils 6737) und Foxiusstraße (6087). Jeweils 5000 Euro sind vorgesehen für folgende elf Kindertagesstätten: Clara Fey, Bierweiderstraße, Auf der Liester, Mozartstraße, Zauberkiste, Saarstraße, Höhenstraße, Bergstraße, Caritas Lebenswelten (Obersteinfeld), St. Sebastianus und Josefstraße (AWO). Allesamt sollen diese Kitas zukünftig in der Jugendhilfeplanung als „Einrichtungen mit besonderem Sprachförderbedarf“ eingestuft und entsprechend noch mehr in den Fokus gerückt werden.

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