Aachen - Zuwanderer können auf die Hilfe von Integrationslotsen bauen

Zuwanderer können auf die Hilfe von Integrationslotsen bauen

Von: Daniel Gerhards
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Hilfe für Migranten: Ralf Oppermann und Lionelle Ulrich sind zwei von 18 Integrationslotsen in der Städteregion. Foto: Daniel Gerhards

Aachen. Sich in einem fremdem Land zurechtzufinden, kann sehr schwierig sein. Wenn man in einem fremden Kulturkreis auf sich allein gestellt ist, können schon die Dinge des täglichen Lebens zur Herausforderung werden. In der Städteregion bekommen Zuwanderer künftig Unterstützung von 18 ehrenamtlichen Integrationslotsen.

Gemeinsam absolvierten die Ehrenamtler einen Kurs, in dem sie Nützliches über Gesetze, Bildungswege oder öffentliche Beratungsangebote lernten. Sie sollen allerdings nicht selber beraten, sondern die Migranten an die richtigen Stellen vermitteln.

Lionelle Ulrich erfuhr aus unserer Zeitung, dass die Städteregion Integrationslotsen sucht: „Da fühlte ich mich sofort angesprochen”, erklärt die gebürtige Kamerunerin. Sie kam vor neun Jahren nach Aachen und weiß aus eigener Erfahrung, wie groß die Umstellung ist, wenn man nach Deutschland kommt. „Wir müssen den Leuten das System Deutschlands erklären.” Wo geht man zu Arzt? Wo findet man Arbeit? Und wo muss man sich überall anmelden? Vieles ist für die Migranten völlig neu. „In Kamerun gibt es längst nicht so viel Bürokratie. Da muss man sich nirgendwo anmelden, wenn man eine neue Wohnung mietet”, erklärt Ulrich, die nun Integrationslotsin für Herzogenrath ist.

Ralf Oppermann wird Integrationslotse für Baesweiler. Er glaubt, dass so etwas auch in kleinen Städten notwendig ist. „In Baesweiler haben die Menschen ähnliche Probleme wie in Aachen.” Oppermann wohnt in Setterich, wo der Migrantenanteil recht hoch ist. „Ich kann in meinem gewohnten Umfeld arbeiten. Das macht die Sache einfacher.” Für ihn ist wichtig, dass die Lotsen „keine Beratung im engeren Sinne anbieten”. Vielmehr wolle man weiterhelfen, indem man Kontakte schafft. „Wir wollen den Menschen praktische Hilfestellungen geben und sie nicht ein Leben lang begleiten.”

Für Gabi Brink liegt ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit auf zugewanderten Familien. „Ich glaube, dass der Bedarf für unsere Unterstützung bei Familien mit Kindern besonders groß ist.” Fragen zu Vorsorgeuntersuchungen, Schule und Kindergarten beschäftigen sicher viele Eltern. In ihrem Bekanntenkreis kam die Stolbergerin bisher seltener mit Migranten in Kontakt. „Im Fußballverein meines Sohnes habe ich gesehen, dass die ausländischen Eltern selten bei den Spielen sind. Ich finde, man muss sie mehr einbinden.”

Wenn nicht alles von heute auf morgen rund läuft, wollen sich die Lotsen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Oppermann: „Wir wissen noch nicht genau, was auf uns zu kommt. Wir müssen kleine Schritte machen und sehen, wo wir helfen können.” Städteregionsrat Helmut Etschenberg gab den Integrationslotsen für ihre Arbeit noch ein paar ermutigende Worte mit auf den Weg: „Sie können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit Migrationshintergrund hier eine Heimat finden.”
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