„Wir nehmen alles unter die Demografie-Lupe”

Von: Stefan Herrmann
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Eschweiler. Die Zukunft beginnt heute! Der demografische Wandel ist jetzt! Um Einfluss darauf nehmen zu können, wie sich die Städteregion und die Menschen, die in ihr leben, entwickeln, müssen heute die Weichen gestellt werden.

Und so beschäftigt sich bereits seit 14 Monaten die Stabsstelle Kultur, empirische Forschung und Gleichstellung der Städteregion mit diesem Thema. Ein vierteiliges Kompendium zum demografischen Wandel wird derzeit unter Federführung von Dr. Nina Mika-Helfmeier erstellt. Erste Ergebnisse stellte die Expertengruppe aus Sozialwissenschaftlerinnen jetzt im Eschweiler Ratsaal vor.

„Klug ist der, der frühzeitig reagiert und handelt”, weiß auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg. Dabei stehen die grundsätzlichen Tendenzen fest. „Wir werden weniger, älter, bunter!” lautet das Gesetz der demografischen Entwicklung.

Damit einher gehen zahlreiche Überlegungen und Planspiele: Wieviele Schulen brauchen wir in Zukunft? Können heute modernisierte Kindergärten in einigen Jahren möglicherweise in Seniorenzentren umgewandelt werden? Wie bleibt eine grundsätzlich alternde Region trotzdem attraktiv für junge Menschen?

Die Fragen sind vielfältig, die Lösungen ebenso. Kerstin Schmidt, Gründerin der Beratungsfirma „Demographie lokal”, betonte jetzt bei einer Tagung in Eschweiler vor rund 50 Teilnehmern aus Politik, Verwaltung und Verbänden, wie wichtig es sei, nach „individuellen Lösungen” zu fahnden und Chancen statt nur Risiken zu erkennen. „Wir brauchen ein neues Bild vom Alter, vom Altern und von den Alten”, fordert Schmidt.

Erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie für die Städteregion zeigen: Während fünf Kommunen (Würselen, Herzogenrath, Roetgen, Baesweiler und Aachen) bis 2030 mit einem Bevölkerungszuwachs rechnen können, wird die Einwohnerzahl in den anderen fünf Städten (Stolberg, Alsdorf, Eschweiler, Simmerath und Monschau) voraussichtlich schrumpfen. Mit der sich ändernden Bevölkerungsstruktur - immer mehr ältere und immer weniger junge Menschen - gehen auch erhebliche soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen einher.

„Der demografische Wandel wird häufig als Horrorszenario dargestellt. Das müssen wir ändern und einen Gegentrend reinbringen”, sieht Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram vor allem die Chancen.

Die Referentinnen der Stabsstelle - Jessica Lerche, Dr. Gabriele Veldkamp und Antje Rüter - stellten in ihren Vorträgen die unterschiedlichen Aspekte des demografischen Wandels für die Städteregion vor.

inder, Jugend und Familie, Seniorenpolitik, wirtschaftliche Entwicklung und Infrastrukturmaßnahmen - „wir nehmen alles unter die Demografie-Lupe, wie Dr. Nina Mika-Helfmeier abschließend allen Teilnehmern bei der von Jutta Geese, Redakteurin dieser Zeitung, moderierten Veranstaltung mit auf den Weg gab.

Die 400 Seiten starke Studie zur demografischen Entwicklung in der Städteregion soll Ende Juni vorliegen. Nach der Auftaktveranstaltung in Eschweiler werden die Ergebnisse ab Herbst auch in den anderen neun Kommunen vorgestellt und diskutiert.
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