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Windpark Münsterwald: Ab Frühjahr 2018 soll der Strom fließen

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
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Dieses Bild bietet sich dem Kameraauge der Drohne derzeit über dem Münsterwald. Vorne rechts die gerodete Fläche für die Windkraftanlage, linker Hand der Vennbahnradweg, der weiter die „Himmelsleiter“ unterquert. Diesseits der B258 sind zwei, jenseits fünf Anlagen geplant.
windpark Münsterwald Landkarte

Roetgen/Aachen. Nach den stürmischen Karnevalstagen hatte sich der Wind ein wenig gelegt im großen Wald rechts und links der Himmelsleiter zwischen Roetgen und dem Aachener Süden. Ausgerechnet am Fettdonnerstag, einem der höchsten rheinischen Feiertage, hatten die Rodungsarbeiten für den Bau des umstrittenen Windparks im Münsterwald begonnen und waren pünktlich mit dem letzten Februartag zum Abschluss gekommen.

Auch an den Folgetagen hatte man Motorgeräusche aus dem Wald vernehmen können und es wurde offensichtlich noch gearbeitet. „Es erfolgt jetzt der Abtransport des gefällten Holzes“, teilte die Stawag Energie GmbH am Aschermittwoch mit.

Das Tochterunternehmen der Aachener Stadtwerke betreibt bereits viele Solarparks sowie rund 15 Windparks in ganz Deutschland – darunter regionale Projekte wie Windparks in Düren, Aldenhoven, Linnich und Simmerath – und ist damit nach eigenen Angaben „bei der Nutzung der erneuerbaren Energien eines der erfolgreichsten kommunalen Unternehmen in Deutschland“.

Der mit den Rodungen vorbereitete Bau des Windparks im Münsterwald ist das jüngste Projekt des Energieversorgers und befindet sich derzeit in der Detailplanung; einen Termin für den Beginn der Bodenarbeiten aber gibt es derzeit noch nicht. „Der genaue Startpunkt der Bauarbeiten steht noch nicht fest. Die Inbetriebnahme peilen wir aber für Frühjahr 2018 an“, sagte Stawag-Sprecherin Eva Wußing unserer Zeitung. Und da bei der Errichtung der sieben 196 Meter hohen Kraftwerke im Münsterwald ähnlich Gas gegeben werden soll wie beim sehr ähnlichen Lammersdorfer Windpark, dürften die ersten Bagger noch in diesem Frühjahr anrollen.

Der Windpark in der Nachbargemeinde Simmerath wurde in einer Bauzeit von nur 34 Wochen fertiggestellt. „Das war sehr sportlich. Wir werden alles unternehmen, damit eine schnelle Umsetzung im Münsterwald ebenfalls gewährleistet ist“, so Wußing, die auch von einem sehr ähnlichen Kostenrahmen wie im Windpark Lammersdorf – rund 45 Millionen Euro – ausgeht.

Geringfügig unterschiedlich ist die benötigte Fläche für die jeweils sieben Windkraftanlagen in Roetgen und Lammersdorf. Wurden in Lammersdorf ausschließlich Fichten auf einer Fläche von 7,5 Hektar gerodet, wurden für die Bauphase im Münsterwald 8,8 Hektar Nadel- und Laubwald gefällt, wovon knapp die Hälfte nach Fertigstellung an Ort und Stelle wieder aufgeforstet wird. „Dauerhaft benötigt werden also nur 4,9 Hektar“, rechnet Eva Wußing vor und ergänzt: „Darüber hinaus werden 25.000 Quadratmeter hochwertiger Baumbestand im Bereich Entenpfuhl als Ersatzpflanzung vorgenommen.“

Nahezu identisch mit Lammersdorf ist das, was auf den frisch gerodeten und mittlerweile vollständig geräumten Flächen im Münsterwald entsteht. Bei den sieben Windrädern handelt es sich auch in Roetgen/Aachen um den Anlagentyp V 112. Der Turm einer jeden Anlage misst 140 Meter, der Rotor verfügt über einen Durchmesser von 112 Metern, so dass man auf eine Gesamthöhe der Anlagen von jeweils 196 Metern an der Rotorspitze kommt. Es handelt sich um 3,3 Megawatt-Anlagen, von denen jede einzelne zwölf Millionen Kilowatt Windstrom pro Jahr produzieren sollte. Der von einer Anlage produzierte Strom entspricht dem Verbrauch von 3400 Haushalten.

Ein wesentlicher Unterschied beim Bau der beiden nahezu baugleichen Parks in der Nordeifel dürfte allerdings die öffentliche Wahrnehmung der Arbeiten werden. Denn der Bau des im Dreieck der Kommunen Simmerath, Stolberg und Hürtgenwald platzierten Lammersdorfer Windparks tangierte hauptsächlich den Berufsverkehr in Richtung Düren und Stolberg. Im Falle Münsterwald aber werden Bauverkehr und Mega-Transporte über die Hauptschlagader des Nordeifeler Straßenverkehrs, über die B258 im Bereich Himmelsleiter, rollen und damit nicht nur den Berufs-, sondern auch den Ausflugsverkehr massiv betreffen.

Verkehrsmaßnahmen

So sind für die Dauer der Arbeiten bestimmte Verkehrsmaßnahmen auf der „Himmelsleiter“ vorgesehen, unter anderem eine Einfädelspur für den Baustellenverkehr und damit verbunden eine temporäre Reduzierung der zweispurigen Streckenabschnitte in diesem Bereich sowie eine zeitweise Regelung durch Baustellenampeln. „Wir stimmen uns eng mit den zuständigen Behörden ab, damit die Beeinträchtigung der verkehrlichen Situation möglichst gering bleibt und die Autofahrer schnell wieder freie Fahrt haben“, teilte die Stawag dazu mit.

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