Vorstand bestätigt, Beiträge abgelehnt

Von: Siegfried Malinowski
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Der für drei Jahre gewählte Vorstand um die Vorsitzende Karin Gruner: Vize-Vorsitzender Friedhelm Krämer (vorne, v.l.), Geschäftsführer Oliver Greven, Sport- und Lehrwart Hans Wendel und Schatzmeister Hans-Werner Feck sowie Sportabzeichenwart Hubert Bürschgens (hinten, v.l.), Vize-Vorsitzender Dieter Kreutz und Jugendwart Martin Kerenkewitz. Foto: Siegfried Malinowski

Herzogenrath. Fast 200 Minuten war die Sitzung fortgeschritten, als sich die Gesichtszüge von Karin Gruner sichtbar entspannten. Um 22.15 Uhr eilte die Chefin des Kreissportbundes (KSB) wieder auf ihren Sitz, den sie zuvor kurz verlassen musste.

Weil Punkt 12 der Tagesordnung Vorstandsneuwahlen vorsah. Landtagsabgeordneter Axel Wirtz, der auch Vorsitzender des Sportausschusses im Landtag ist, übernahm als Gast der Versammlung kurz die Leitung im Merksteiner Bürgerhof.

Es wurde keine geheime Wahl des zuvor bei zwei Gegenstimmen entlasteten Altvorstandes gefordert, obwohl ein geheimes Votum vermutet werden konnte. Denn bei einer Versammlung in Alsdorf waren sich im Dezember 2008 einige Mitglieder des KSB gegenseitig schwer in die Parade gefahren.

Mit ein paar Gegenstimmen, an einer Hand abzählbar, nahm Gruber ihren angestammten Platz wieder ein. Ob die Arbeit im diskussionsfreudigen und leicht streitbaren KSB einfacher werden wird, mag mehr denn je in den Sternen stehen. Doch zumindest die Vorstandsmannschaft wurde fast komplett bestätigt oder neu gewählt und ist - nach alter Satzung - nun für drei Jahre gefordert. Der KSB ist ausgestattet mit einer neuen Satzung, die nach redaktioneller Änderung des Amtsgerichtes Aachen mit zwei Gegenstimmen von insgesamt 98 eingeschriebenen Stimmberechtigten akzeptiert wurde.

Eine - möglicherweise mit unabsehbaren Konsequenzen versehene - Abstimmungsniederlage musste der Vorstand beim Punkt „Einführung von Mitgliedsbeiträgen” hinnehmen. Der Antrag des Vorstandes, einen jährlichen Sockelbetrag (20 oder 25 Euro) für Vereine und eine Abgabe eines Betrages pro Vereinsmitglied (20 oder 25 Cent) an den KSB abzuführen, fand keine Mehrheit. Mit 36 Nein-Stimmen bei 21 Befürwortern und vier Enthaltungen platzte der Vorstandswunsch. Ungewiss ist dadurch auch die Gegenfinanzierung des Etats 2009, der allein aus diesem Posten 22.000 Euro Einnahmen vorgesehen hat.

Ein Großteil der (teils kleinlich) geführten Diskussion rankte sich ohnehin um den Part Finanzen. Vor allem die Stadtsportbünde aus Stolberg und Herzogenrath hatten sich mit sehr kritischen Fragen an den Vorstand und vor allem an Schatzmeister Hans-Werner Feck gerichtet.

Der Schlagabtausch „verfeinerte” sich in manchen Abschnitten so weit, dass er zu einer inhaltlichen Diskussion über den Sinn und die Daseinsberechtigung des KSB auszuufern drohte. Kernfrage aus der Mitgliedschaft an „Charlie” Feck: „Was tun Sie, wenn die 22.000 Euro an Mitgliedsbeiträgen nicht hereinkommen?” Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Haushalt 2008 schon eine Unterdeckung von gut 12.000 Euro auswies und der Beitrag an den Landessportbund von 5000 Euro bisher „ausgesessen” (Feck) wurde.

Knapp 30.000 Euro Einnahmen standen Ausgaben von 42.000 Euro gegenüber. Ob der KSB sich überhaupt eine Geschäftsstelle, die mit etwa 16.000 Euro jährlich buchungstechnisch festgeschrieben ist, leisten kann und sollte, wurde ebenfalls aus mehreren Ecken nachgefragt. Ebenso biss sich die Basis daran fest, wie der Haushalt ohne „sichere” Gegenfinanzierung von Einnahmen und ohne „Plan B” vorgelegt werden könne.

Der bislang kommissarisch im Amt befindliche und später gewählte Geschäftsführer Oliver Greven erklärte: „Wir werden einen ausgeglichenen Haushalt anstreben und die Zahlen nach oben bringen”. Die Frage nach dem Wie konnte allerdings keiner beantworten...
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