Und wieder geht es um einen Nationalpark

Von: Jutta Geese
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Wird wieder Staatssekretär in
Wird wieder Staatssekretär in einem Umweltministerium und will wieder einen Nationalpark entwickeln: Den in der Eifel (unser Bild) hat Dr. Thomas Griese (Grüne) von Düsseldorf aus auf den Weg gebracht, in Rheinland-Pfalz wird er von Mainz aus den Prozess steuern. Archivoto: P. Stollenwerk

Aachen. Einen Nationalpark, den in der Eifel, hat Dr. Thomas Griese bereits an maßgeblicher Stelle mit entwickelt und auf den Weg gebracht. Damals, von 1995 bis 2005, war er Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Umweltministerium. Jetzt erhält er die Chance, einen zweiten Nationalpark zu installieren.

In gleicher Position, als Staatssekretär, aber in einem anderen Bundesland: Der Politiker aus Aachen - derzeit ist er Parteichef der städteregionalen Grünen und stellvertretender Städteregionsrat - wird kommende Woche Mittwoch in Mainz seine Ernennungsurkunde als Staatssekretär im Umweltministerium von Rheinland-Pfalz entgegennehmen. „Und dann gehts los!”, sagt Griese, und es ist dem 54-Jährigen deutlich anzumerken, wie sehr er sich auf die neue Herausforderung freut.

„Das wird sicher spannend”

Was auf ihn zukommen wird, weiß Griese schon genau. Schließlich war er seit Anfang April in die rot-grünen Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz eingebunden. Jedenfalls im Bereich Umwelt und Landwirtschaft. „Die Grünen dort haben bundesweit Fachleute dazugeholt. Erst habe ich an den internen Verhandlungen teilgenommen, dann auch an den Fachverhandlungen mit der SPD”, berichtet Griese.

„Da ging es um Themen wie Umsetzung der EU-Agrarreform mit dem Schwerpunkt ökologische Landwirtschaft, Naturschutz, erneuerbare Energien mit Blick auf die großen Wälder in Rheinland-Pfalz und um einen meiner Lieblingspunkte in Bereich Abfall, nämlich allen Biomüll erst durch Biogasanlagen zu schicken.”

Und eben um die Einrichtung des ersten Nationalparks in Rheinland-Pfalz. „Im Koalitionsvertrag steht, dass der Suchprozess eingeleitet wird. Das wird sicher spannend”, sagt Griese und erinnert daran, dass es gegen den Nationalpark Eifel anfangs ja auch erhebliche Widerstände gegeben hatte.

Das Angebot, Staatssekretär im haus der desgnierten Mainzer Umweltministerin Ulrike Höfken zu werden, erhielt Griese einen Tag vor Ostern - und hat die Feiertage damit verbracht, mit seiner Ehefrau Anne - die beiden Kinder sind schon erwachsen und aus dem haus - zu beratschlagen, ob er es wahrnimmt. „Reizvoll fand ich es gleich”, gesteht er.

Zumals er Ursula Höfken schon „lange, lange, lange” aus gemeinsamer Arbeit an Umweltthemen kennt. Und nach einem Spontanbesuch in Mainz („Zum Glück ist das ja nicht so weit weg.”) waren dann auch die letzten Zweifel ausgeräumt. „Die Stadt hat uns gut gefallen. Wir werden dort unseren Zweitwohnsitz nehmen.” Der erste aber bleibt Aachen, betont Griese. „Wir wollen hier nicht alle Zelte abbrechen.”

Abschied vom Parteivorsitz

Einige politische Ämter in der Städteregion wird er jedoch aufgeben. Das hat er bereits mit Partei und Städteregionstagsfraktion besprochen. Den Posten als stellvertretender Städteregionsrat wird Griese Ende Juni abgeben, damit in der Sitzung des Städteregionstages am 7. Juli ein Nachfolger (oder eine Nachfolgerin) gewählt werden kann. Sein Mandat als Städteregionstagsmitglied will er - zumindest erst einmal - behalten.

„Ich bin ja nur Mitglied im Umweltausschuss. Das müsste eigentlich gehen”, sagt Griese. Das Mandat sei eine gute Möglichkeit, der Region verbunden zu bleiben. Abgeben wird Griese auch den Parteivorsitz in der Städteregion. Wann, steht noch nicht genau fest, spätestens wohl nach den Sommerferien. Auch nicht, wer den Posten übernehmen wird. „Aber”, sagt Griese, „wir sind hier gut aufgestellt, deshalb bin ich optimistisch, dass wir den Wechsel gut hinbekommen.”

Und noch einen Wermutstropfen gibt es, bei aller Vorfreude auf die neue Herausforderung in Mainz: Seinen Beruf als Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht in Köln muss er an den Nagel hängen. „Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht”, sagt er. Aber die Zeichen stehen gut, dass er erstmal nur beurlaubt wird und gegebenenfalls („Politische Ämter sind ja immer nur Ämter auf Zeit.”) in den Job zurück kann. Wenn etwa Rot-Grün in Rheinland-Pfalz nach fünf Jahren abgewählt werden oder die Koalition gar schon vorher zerbrechen sollte.

Doch von Letzterem geht Griese nicht aus, er richtet sich auf fünf Jahre Mainz ein - eine schöne Stadtwohnung hat er dort bereits gefunden.
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