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Trotz Behinderung mit Spaß in die Pedale treten

Von: Svenja Pesch
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Raphael kurvt auf dem Schulgelände herum. Er zeigt, dass Radfahren für Menschen mit und ohne Behinderung möglich ist. Foto: Svenja Pesch

Städteregion/Aachen. Immer wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt, kann man das, was kommt, nur schwer einschätzen. Umso besser ist es, wenn man bereits vorher einige Eindrücke sammeln kann. Das macht auch Raphael. Der Elfjährige erkundet mit seinem Fahrrad jeden Winkel der Gesamtschule Aachen-Brand, in der integrativ Behinderte und Nichtbehinderte miteinander lernen.

Denn ab September wird er hier zur Schule gehen. Doch Raphael erkundet nicht mit irgendeinem Rad das Gelände, sondern mit einem, für seine Bedürfnisse konzipierten Fahrrad. Aufgrund einer beinbetonten Spastik, die er von Geburt an hat, ist ein herkömmliches Rad für ihn nicht fahrbar. Sein jetziges hat anstatt zweien drei Räder, eine Gangschaltung und eine bestimmte Bremsfunktion. So kann Raphael einerseits rückwärtsfahren, andererseits aber auch per Rücktritt bremsen. Radfahren ist ein großes Hobby des Viertklässlers. Seine Behinderung spielt dabei keinerlei Rolle.

Seine Eltern Richard Brosse und Claudia Kolletzki haben ihrem Sohn schon einige Fahrräder gekauft. Wenn er auf Tour geht, begleiten sie ihn immer – zwar nicht mit dem Rad, aber zu Fuß. Angst, dass etwas passiert, haben sie nicht. Mit Helm und jahrelanger Übung ist ihr Sohn beim Radfahren einfach in seinem Element. Sie sehen allerdings neben dem Spaß noch einen weiteren Faktor: „Das Laufen ist für ihn zu anstrengend und aufgrund seiner Einschränkung ist er auch etwas langsamer“, erzählt Claudia Kolletzki. „Bewegung ist für ihn dennoch sehr wichtig und er liebt es, sich auszupowern.“ Die Kosten für das Rad, das um die 15 Kilo wiegt, werden größtenteils von der Krankenkasse übernommen. Aber zu seiner neuen Schule möchte Raphael dann lieber noch nicht fahren. Den Unterricht an der integrativen Gesamtschule verfolgt er im Rollstuhl, was kein Problem ist, da die Schule barrierefrei gebaut ist. Für die Familie ist sie deshalb die absolute Wunschschule, wie alle betonen. Denn hier können Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden.

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