Städteregion - „Tour de Becquerel“: Radfahrer demonstrieren gegen Tihange

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„Tour de Becquerel“: Radfahrer demonstrieren gegen Tihange

Von: Michael Grobusch
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Werben für die Teilnahme an der zweiten „Tour Becquerel“: die Grünen Susanne Küthe (von links), Melanie Seufert, Gisela Nacken, Christa Heners und Sebastian Breuer. Foto: Michael Jaspers

Städteregion. Dem möglichen Eindruck, dass ihnen die Ideen ausgehen könnten, treten die Grünen gleich zu Beginn des Gespräches entgegen. „Wir wollen die ‚Tour Becquerel‘ etablieren und sie so lange wiederholen, bis es den Anlass dafür nicht mehr gibt“, betont Gisela Nacken.

Im vergangenen Jahr war nicht nur die Kreisvorsitzende von der Resonanz bei der ersten Fahrrad-Sternfahrt überrascht worden: Statt der erwarteten 500 bis 1000 beteiligten sich am 7. Mai nach Polizeiangaben rund 3500 Menschen an der Protestaktion, die sich gegen den Betrieb der belgischen Atomreaktoren Tihange 2 und Doel 3 richtete. Auch deswegen und weil die Grünen sogar noch Steigerungspotenzial sehen, soll es am Sonntag, 8. Juli, eine zweite Auflage geben.

„Man muss nicht immer etwas Neues erfinden“, findet Nacken, die mit ihrer Partei bei der Aktion auf viel Bewährtes setzen möchte. So wird es beispielsweise wieder Treffpunkte an fünf großen Einfallsstraßen geben, über die die Teilnehmer aus dem Umland in die Aachener Innenstadt fahren können. Treffpunkt ist erneut der Elisenbrunnen. Von dort aus wird die Fahrt gegen 14 Uhr auf dem Grabenring fortgesetzt und schließlich auf dem Marktplatz beendet, wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird.

Es ist ein aus dem Vorjahr bekannter Ablauf. Zwei wesentliche Änderungen soll es nach den Vorstellungen der Organisatoren aber dennoch geben: „Wir hoffen darauf, den Grabenring diesmal komplett mit Fahrradfahrern füllen zu können“, erklärt Sebastian Breuer.

Und was für ihn aus Sicht des Aachener Ortsverbandes, dessen Sprecher er ist, noch wichtiger erscheint: „Die ‚Tour Becquerel‘ soll diesmal noch mehr in die Fläche gehen.“ Will heißen: Die Zahl der Teilnehmer aus dem Altkreis Aachen soll steigen. „Aachen ist schon sehr mobilisiert. Die Bedrohung, die von Tihange und Doel ausgeht, endet aber nicht an den Stadtgrenzen“, betont Breuer.

Als unübersehbares Erkennungszeichen der zweiten Sternfahrt sind gelbe Warnwesten mit der Aufschrift „Tihange abschalten“ vorgesehen. 3000 Stück werden in den kommenden Wochen im Auftrag des Grünen-Kreisverbandes produziert und ab Anfang Juni in der Geschäftsstelle in Aachen (Franzstraße 34) sowie in ausgewählten Geschäften in der Städteregion, deren Namen noch bekanntgegeben werden, zum Preis von fünf Euro erhältlich sein. Sie folgen den im vergangenen Jahr anlässlich der ersten Tour aufgelegten Radscheiben.

Bei den Grünen ist die Vorfreude schon jetzt groß: „Das ist ein schönes Familien-Event zu einem ernsten Thema“, hofft Sebastian Breuer auf eine erneut rege Beteiligung von Erwachsenen und Kindern. Auch Fußballfans spielten und spielen, so der Ortsvereinssprecher, bei den Planungen der Aktion eine wesentliche Rolle: „Bei der Weltmeisterschaft in Russland ist am 8. Juli Ruhetag. Darauf haben wir extra geachtet.“

In einigen Wochen wollen die Grünen mit weiteren Einzelheiten zur „Tour Becquerel“ an die Öffentlichkeit gehen. Den Termin aber, betont Gisela Nacken, sollten sich alle Interessierten schon jetzt notieren, denn: „Es ist wichtig, dass wir unseren Widerstand fortsetzen und mit möglichst vielen Menschen zum Ausdruck bringen.“

 

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