Aachen 2025

Tolle Typen mit einer beeindruckenden Klappe

Von: Silvia Möller
Letzte Aktualisierung:
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Vorstellung der Schultheatertage: Yvonne Eibig (v.l.), Frank Alda, Anja Terrodde, Jutta Kröhnert, Moderator Quintus Brinkmann, Marcel Philipp, Uwe Brandt, Helmut Etschenberg und Jenny Schnier. Foto: Harald Krömer

Städteregion. „Es ist eine Auszeit von der Schule“, erklärt Jenny Schnier auf die Frage, was Theaterspielen für sie bedeutet. Die Abiturientin moderierte souverän die Veranstaltung im Grenzlandtheater zur Eröffnung der neunten Schultheatertage und ist froh, durch die Schauspielerei eine Abwechslung zum Lernen gefunden zu haben.

Dabei war es gerade die Schule, die sie ans Theater gebracht hat: „Ich habe im Theater 99 ein Praktikum gemacht, da ich zum Thema Pädagogik und Theater eine Abschlussarbeit schreiben muss. Jetzt gehöre ich zum Ensemble und spiele eine kleine Rolle in der neuesten Produktion, was mir viel Spaß macht.“

Ihr zur Seite stand bei der Präsentation der elfjährige Quintus Brinkmann, ein aufgeweckter junger Mann, der sich nicht scheut, seine Fragen zu stellen und immer einen schlagfertigen Kommentar parat hat. Er besucht die 6. Klasse des Aachener Couven-Gymnasiums und spielt in der Eigenproduktion „Freche Typen“ der Theater AG den Tom Sawyer. Die Vorstellung am 15. April in der Kammer will sich auch Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters, nicht entgehen lassen. „Du hast eine beeindruckende Klappe“, bemerkt Brandt schon bei der Begrüßung. „Solche Leute braucht man am Theater.“

Bereits seit 15 Jahren gibt es die Schultheatertage, die alle zwei Jahre stattfinden. Diesmal machen rund 2000 Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen und Schulformen aus der Städteregion mit. Auch der Kreis Düren ist zum zweiten Mal als Kooperationspartner dabei. Landrat Wolfgang Spelthahn begründet dies so: „Die vielen bereichernden Erfahrungen der letzten Schultheatertage haben uns darin bestärkt, die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Städteregion fortzusetzen.“

Von dieser Zusammenarbeit ist auch Schirmherr Marcel Philipp überzeugt. „Da es ein regionales Projekt ist, müssen sich sehr viele Menschen engagieren. Dass das so gut klappt, ist etwas ganz Besonderes.“ Der Aachener Oberbürgermeister selbst hatte zu seiner Schulzeit noch nicht die Möglichkeit, bei den Theatertagen mitzumachen, ist sich aber sicher, dass es ihm dabei geholfen hätte zu lernen, wie man vor Leuten spricht und auftritt. Was seine Wunschrolle wäre? „Vielleicht ein König“, sagt er lachend.

Auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg ist überzeugt, dass die Kinder beim Theaterspielen wichtige Erfahrungen sammeln können: „Sie sollen etwas erleben. Das Theater bringt ihnen den Freiraum, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und neue Talente zu entdecken. Nicht jeder ist ein Mathe-Genie. Da ist es toll, wenn man auf der Bühne zeigen kann, worin man gut ist. Das macht stark!“ Etschenberg verrät auch, dass Lampenfieber auf der Bühne immer dazugehört.

Dass hinter einer Theaterproduktion viel Arbeit steckt, weiß Frank Alda, Grundschullehrer an der Grundschule Feldstraße, nur zu gut. Ein Stück auswählen, proben, Bühnenbild gestalten, Kostüme organisieren – da ist einiges zu tun. Doch er nimmt die zusätzliche Arbeit gerne auf sich: „Es ist toll zu sehen, wie die Kinder auf der Bühne über sich hinauswachsen. Sie stehen dann da, wie man sie sonst gar nicht kennt.“

Dies ist auch Yvonne Eibig, die die Schulen als Tänzerin und Choreographin unterstützt, aufgefallen. „Wir Künstler kommen von außen zu der Gruppe dazu. Wir können die Schulen fachlich beraten, neue Blickwinkel und Impulse geben und Hilfestellung leisten. Zudem sehen wir die Kinder mit anderen Augen und entdecken vielleicht versteckte Talente“, bringt sie die Rolle der Profis auf den Punkt.

„Und was haben die Theater davon, die ihre Bühnen für die Schulgruppen zur Verfügung stellen?“, möchte Quintus noch wissen. Jutta Kröhnert, Geschäftsführerin der Aachener Kultur- und Theaterinitiative (AKuT), gibt die für den jungen Moderator „sehr schöne und passende“ Antwort: „Viele Kinder haben durch das Projekt ihren ersten Kontakt zum Theater. Sie werden neugierig, was wir sonst noch so tun. Und oft sehe ich sie dann im Publikum wieder. Wenn auch nicht alle Kinder und Jugendliche zu Schauspielern werden, können wir sie doch zu Leuten machen, die Lust auf das Theater haben."

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