Talente entdecken und sie reifen lassen

Von: Stefan Schaum
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Auch das gehört zum Lernen: Praktische Übungen stehen etwa im Technikunterricht der Aachener Hauptschule Aretzstraße auf dem Lehrplan. Das demonstrierten die Schüler beim Zukunftsforum auf dem „Markt der Möglichkeiten”. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Vielleicht ist ja ein wenig mehr Gelassenheit die beste Antwort. Auf die Frage nämlich, wie Kinder sich am besten fördern lassen. Wie man ihnen hilft, ihre Talente zu entdecken und reifen zu lassen. Ihren Wissensschatz zu vergrößern.

Mit Druck, so wurde es beim 2. Zukunftsforum „Ein(tausend)stein: Jedes Kind ist ein Genie” mehrfach deutlich, ist da gar nichts zu machen.

In das Alsdorfer Energeticon hatte das Bildungsbüro der Städteregion Vertreter der Schulen eingeladen. Die spendeten kräftig Applaus, als Referent Professor Martin Korte, Neurobiologe an der TU Braunschweig, seine Meinung zur Vielzahl der Schulreformen kundtat: „Vielleicht sollte man nicht ständig neue Strukturen entwickeln, sondern die Schulen einfach mal ein paar Jahre in Ruhe arbeiten lassen!” Denn was für Kinderköpfe gelte, gelte letztlich auch für die Bildungseinrichtungen: Nicht einfach vollstopfen, sondern dafür sorgen, dass sie sich entfalten können. Korte: „Kinder brauchen eine Umgebung, in der ihnen das Lernen Spaß macht. Ohne Motivation lässt es sich nicht lernen.”

Praxisbezogen arbeiten

Erlebnisorientiertes Lernen war das Stichwort bei dem von Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, moderierten Forum. Wie solches Lernen aussehen kann, zeigten Beispiele aus der Städteregion. Etwa die Gemeinschaftsgrundschule Pannesheide aus Herzogenrath, in der Schüler altersgemischt unterrichtet werden und etwa bei Themenarbeiten ihren Wissensdurst gegenseitig beflügeln.

Oder die Hauptschule an der Aachener Aretzstraße, die ihren Schwerpunkt auf die Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik - die sogenannten MINT-Fächer - gelegt hat und ihre Schüler praxisbezogen arbeiten lässt. Oder das Inda-Gymnasium in Aachen-Kornelimünster, das in der Junior-Ingenieur-Akademie die Jugendlichen an die Praxis der Ingenieurwissenschaften heranführt.

Für solche Konzepte warben nicht nur die Schulleiter auf der Bühne. Auf einem „Markt der Möglichkeiten” präsentierten sich die Schüler beim Zukunftsforum an Informationsständen selbst. Hier die Theorie, dort die Praxis - ein stimmiges Miteinander. Und durchaus symbolhaft für das, was kindliches Lernen ausmacht. Martin Korte: „Reine Fakten bleiben im Gehirn schwer haften. Lernstoff lässt sich besser vermitteln, wenn man ihn in Zusammenhänge setzt, ihn in Geschichten packt.” Oder - noch besser - wenn man Kinder etwas anfassen, sie also tatsächlich etwas begreifen lasse.

Den diesbezüglichen Wert von Kooperationen unterstrich beim Forum Bernward Gilles, leitender Regierungsschuldirektor bei der Bezirksregierung Köln: „Es gibt eine Fülle außerschulicher Lernpartner, vor allem in solch einer Technologieregion wie der Städteregion”.

Unternehmen, die zu praktischen Lernorten werden sollten. Schulen und Lernpartner zu vernetzen, hat sich das städteregionale Bildungsbüro auf die Fahne geschrieben. Bildungsdezernent Gregor Jansen unterstreicht für die Städteregion: „Wir haben viele hervorragende Beispiele für schulische Kooperationen und Konzepte der Lernförderung. Wir wollen für einen Austausch sorgen, damit alle davon profitieren.” Nicht durch starre Konzepte, sondern durch Flexibilität. Denn was für die Beispiele beim Zukunftsforum galt, gilt letztlich für das Lernen selbst: Die Mischung machts.
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