Suchthilfe warnt: Mehr Arten von Abhängigkeiten

Von: Robert Flader
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Aachen. Die Arbeit der Suchthilfe nimmt zu. Doch das sei nicht automatisch als schlechtes Zeichen zu werten, finden Gudrun Jelich und Kalle Wilms - im Gegenteil.

„Unser Beratungsteam betreut seit 2008 deutlich mehr Hilfesuchende als noch vor zwei, drei Jahren”, so die beiden Geschäftsführer der Suchthilfe Aachen. „Und das ist grundsätzlich positiv und zeigt, dass Menschen mit verschiedensten Abhängigkeiten langfristig davon weg kommen wollen.”

Rund 5500 Personen nahmen im vergangenen Jahr mindestens eines der zahlreichen Angebote der Jugend- und Drogenberatung, Suchtprävention oder die niedrigschwellige Drogenhilfe in Anspruch.

„Das hängt aber leider auch damit zusammen, dass die Arten der Abhängigkeiten extrem zugenommen haben”, weiß Jelich vor dem Hintergrund, dass vor allem das Internet und Phantasiespiele vielfältige Suchtmöglichkeiten „bieten”.

Vor allem Alkohol- und Medikamentenprobleme bei jungen Frauen, Online-, Cannabis- und Amphetaminsucht bei Jugendlichen sowie der Bedarf an Hilfen bei illegalen Drogen seien die Hauptgründe für das steigende Nachfrage. Zwei neue Projekte sollen helfen, besonders Kinder und Jugendliche vor Abhängigkeit zu schützen.

„Kinder aus suchtkranken Familien sind besonders gefährdet. Da müssen wir unsere Hilfe intensivieren”, erläutert Jelich das Projekt „Feuervogel”. Mit „Leben hat Gewicht” werden vor allem junge Frauen mit Essstörungen unterstützt, den „gesundheitsgefährdenden Schlankheitswahn zu besiegen”.

Auch die sogenannten niedrigschwelligen Hilfsangebote für Schwerstabhängige am Kaiserplatz wurden auf die Bedürfnisse der Suchtkranken angepasst, verdeutlicht Barbara Berger (siehe „Zwei Fragen an”). Erste Erfolge sind hier auch schon zu verzeichnen.

Darüber hinaus vereinfacht die neue Homepage der Suchthilfe die Kontaktaufnahme für Hilfesuchende, die sich scheuen, in den Beratungsstellen vor Ort um Rat zu fragen. „Hier ist man anonymer und die Hemmschwelle viel geringer”, sagt Wilms. Außerdem sei das Internet zielgruppenspezifischer, neue Projekte werden in aller Ausführlichkeit vorgestellt, und Blogger berichten von Erfahrungen mit Drogen.

Die farbenfrohe Seite soll auch dazu beitragen, den Bekanntheitsgrad der Suchthilfe zu steigern, und zeigen, dass „die Suchthilfe keine dunkle Einrichtung und dass Abhängigkeit ganz sicher keine gesellschaftliche Randerscheinung ist”.
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