Aachen - Studierende der Musikhochschule gründen Kammerorchester

Studierende der Musikhochschule gründen Kammerorchester

Von: Laura Beemelmanns
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Die Musiker und Studenten der Musikhochschule Aachen (v.l.) Alexandre Contout, Xin Wang, Yui Shibukawa und Florian Koltun stellen mit Kommilitonen ein Kammerorchester für die Region auf die Beine. Foto: Bemelmanns

Aachen. „Ein Orchester erfüllt auch immer eine soziale Komponente. Man agiert nicht solistisch. Jeder muss auf den anderen achten und hören, das macht es zu etwas Besonderem“, sagt Florian Koltun. Und er spricht aus Erfahrung.

Der Pianist hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit dem Amadeo-Verein eine Konzertreihe von Aachener Studenten für die Region auf die Beine zu stellen, den Menschen die klassische Musik näherzubringen und mit dem Publikum zu interagieren.

Im Sommer vergangenen Jahres kamen die beiden Violinisten und Studenten der Hochschule für Musik und Tanz Aachen, Alexandre Contout (26) und Yui Shibukawa (26) auf die Idee, ein Kammerorchester zu gründen. Yui Shibukawa hatte bereits in ihrer Heimat Japan ein ähnliches Ensemble auf den Weg gebracht und vier Jahre lang betreut. Nun versucht sie, ihre Idee auch in der Region umzusetzen.

Schnell fand sie in Contout einen kompetenten und engagierten Partner. Binnen kurzer Zeit kamen befreundete Musiker hinzu. Sie probten in zwei Phasen und gaben am Ende einer jeden Phase ein Abschlusskonzert in der Hochschule. „Dass sich das alles so entwickelt, hätten wir nie gedacht. Florian hilft uns nun dabei, auch in anderen Städten und außerhalb der Musikhochschule aufzutreten“, sagt Shibukawa.

Die 13 Musiker spielen allesamt Streichinstrumente. Sie stammen aus Japan, Frankreich, Korea, Rumänien, Spanien und den Niederlanden, haben derzeit in Aachen ihren Lebensmittelpunkt und fühlen sich hier so wohl, dass sie etwas an die Region zurückgeben möchten. „Wir wollen die Aachener Region mit guter Musik stärken. In diesem Kammerorchester spielen nur Profis, die aus Leidenschaft zur Musik auftreten“, erklärt Koltun. Sie nennen sich Aquisgrana Kammerorchester und touren jetzt durch die Region. In Monschau und Heinsberg waren sie schon. Heute um 19 Uhr treten sie in Aachen in der City-Kirche, Großkölnstraße, auf.

Es sei ein Geben und Nehmen, sagt Koltun. Denn: „Wir ermöglichen den jungen Musikern des Kammerorchesters die Konzerte außerhalb, vor großem Publikum.“ Geld verdienen die Studenten damit jedoch nicht. Sie verlangen lediglich einen Eintritt, um die Kosten, die mit der Konzertreihe verbunden sind, zu decken. „Dieses Orchester ist Leidenschaft“, bringt Koltun es auf den Punkt.

Was gespielt wird, besprechen die Musiker gemeinsam. Sie organisieren die Proben, spielen ohne Dirigent. Sie treffen sich fast täglich in der Hochschule, sprechen über Passagen, die noch geübt werden müssen. Romantische Werke stehen derzeit im Vordergrund. „Das ist wunderbare Musik“, sagt Shibukawa. Zwischen den Stücken während des Konzerts und hinterher können die Zuschauer übrigens Fragen stellen oder sich mit den Musikern unterhalten.

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