Statistik für 2012: Mehr Verkehrsunfälle, weniger Verletzte

Von: Thorsten Karbach und Jutta Geese
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Aachen. Mehr Unfälle, mehr Verkehrstote, aber weniger Verletzte – dies sind die zentralen Aussagen der Unfallstatistik der Polizei für das Jahr 2012. Demnach stieg die Zahl der Unfälle in Stadt und Altkreis Aachen von 18.915 im Jahr zuvor um 350 auf 19.265.

Zugleich aber ging die Zahl der Unfälle mit Verletzten von 1973 auf 1890 zurück. Allerdings: Auf den Straßen zwischen Baesweiler und Monschau kamen im vergangenen 18 Menschen ums Leben, sechs mehr als im Vorjahr und doppelt so viele wie vor zwei Jahren.

Unter den 18 Unfalltoten waren fünf Kradfahrer, sieben Pkw-Fahrer, zwei Fußgänger, drei Radfahrer und ein Kleinkraftradfahrer. Laut Polizei gab es jedoch weder in Bezug auf die Unfallorte noch auf die Art und Weise, wie die Unfälle entstanden, Schwerpunkte. Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit habe bei bei einigen Unfällen eine entscheidende Rolle gespielt. Und vielen dieser Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang gingen individuelle Fehler voraus.

Die Polizei nennt zwei Beispiele: In Aachen starb ein 72-jähriger Pkw-Fahrer, als er auf dem Pariser Ring bei dem Versuch, einen Reifen zu wechseln, von einem vorbeifahrenden Pkw erfasst wurde. In Eschweiler startete ein junger Mann sein Motorrad mit einem sogenannten „Wheely“. Dabei beschleunigt man sehr schnell, startet nur auf dem Hinterrad und hinterlässt eine Beschleunigungsspur. In der folgenden Rechtskurve fuhr er in ein entgegenkommendes Auto.

Erfreulicher ist hingegen die deutlich rückläufige Zahl der Schwerverletzten. 273 waren es in 2012, im Vorjahr waren es mit 328 noch 55 mehr. Erfreulich auch, dass weniger Kinder und weniger Radfahrer verunglückt sind.

Polizeichef Klaus Oelze und sein Direktionsleiter Verkehr, Polizeirat Bernd Kleefisch, werten das Zahlenwerk denn auch als Erfolg: „Durch unseren forcierten Personaleinsatz bei Verkehrskontrollen und gezielte Kampagnen ist es gelungen, unsere Ziele in vielen Feldern zu erreichen“, bilanziert Oelze. „Unsere gezielten Maßnahmen haben zudem dazu geführt, dass auch die Unfallzahlen bei den letztjährigen Sorgenkindern – junge Erwachsene und Fahrradfahrer – gesenkt werden konnten.“

Der Polizeipräsident kündigt aber zugleich die konsequente Fortsetzung von Geschwindigkeitskontrollen an. Auch, um die Raser auf zwei Rädern zu erwischen und die Zahl der Motorradunfälle – 123 waren es im vergangenen Jahr, 38 weniger als im Jahr davor – weiter zu senken. Zehn Prozent der Geschwindigkeitsübertretungen waren so gravierend, dass Fahrverbote von mindestens einem Monat erfolgten.

Ausgeweitet werden laut Kleefisch die Kontrollen vor Schulen. Im Rahmen der Verkehrsunfallprävention werden die Verkehrssicherheitsberater und Bezirksbeamten ihre Arbeit in Kitas und Schulen intensivieren. Bei den 29 registrierten Schulwegunfällen – das sind vier mehr als im Vorjahr– weist die Unfallanalyse der Polizei übrigens aus, dass sich die meisten Kinder richtig verhalten haben. Unfallverursacher waren weit überwiegend die motorisierten Verkehrsteilnehmer.

Die Zahl der im Auto verunglückten Kinder ist im Vergleich zu 2011 rückläufig, doch bei Geschwindigkeitsmessungen und Gurtkontrollen haben Polizeibeamte vielfach festgestellt, dass Eltern ihre Kinder nicht ordnungsgemäß angeschnallt hatten. Das spiegelt sich auch in der Art der Unfallbeteiligung der Kinder wider: 56 verunglückten als Mitfahrer in einem Auto.

Die Zahl der verunglückten jungen Fahrer sank in der Städteregion um 48 auf 431. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss reduzierte sich um 3,6 Prozent auf 237, und es gab 42 Prozent weniger Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss. „Gezielte und stichprobenartige Kontrollen, vor allem an den Wochenenden in der Nähe von Diskotheken und bei Volksfesten haben in erheblichem Maße dazu beigetragen, dass eine der Hauptunfallursachen so erfolgreich bekämpft wurde“, stellt die Polizei fest.

Bei Alkoholkontrollen in der Städteregion wurden im vergangenen Jahr 569 Trunkenheitsfahrten und 199 Fahrten unter Drogeneinfluss festgestellt und geahndet.

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