alemannia logo frei Teaser Freisteller

Städteregionsrat: Der Kandidat Uwe Löhr

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:
7765564.jpg
„Viele Entscheidungen wären sicherlich unsozialer ausgefallen, wenn es die Linke nicht gäbe“: Uwe Löhr will hier in den kommenden sechs Jahren mit einer starken Fraktion noch stärkere Akzente setzen. Foto: Jutta Geese

Städteregion. Der Politik hatte Uwe Löhr eigentlich schon den Rücken gekehrt. Doch dann kam der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder mit seiner Agenda 2010 an. „Und da habe ich gedacht: Statt meinem Frust darüber am Stammtisch freien Lauf zu lassen, gehe ich dahin, wo man was ändern kann – in die Politik“, sagt der 54-jährige Stolberger.

Dass dies nicht die CDU sein würde, die Partei, in die er mit 18 Jahren eingetreten war und in der er noch als Karteileiche geführt wurde, war ihm da schon lange klar, „wegen deren wirtschaftsfreundlicher Politik“. Löhr beschäftigte sich mit dem Programm der Linken und wurde 2008 ein Linker. „Und das hat sich bisher als richtig erwiesen“, sagt er. Auch in der Städteregion. „Die Linke ist hier das soziale Gewissen und wir haben in den vergangenen fünf Jahren auch das ein oder andere bewegen können.

Viele Entscheidungen wären sicherlich unsozialer ausgefallen, wenn es die Linke nicht gäbe“, ist er überzeugt. Dabei verweist er unter anderem auf Zuschüsse für Sozialverbände oder darauf, dass inzwischen alle politischen Entscheidungen in der Städteregion vorab auf ihre Sozialverträglichkeit hin überprüft werden.„Beim Thema Hartz IV sind wir ja immer noch unterwegs“, räumt er ein. Da werde die Linke aber am Ball bleiben und versuchen, Einfluss zu nehmen, dass mit den Menschen vernünftig umgegangen wird. „Letztlich muss man ja auch immer Mehrheiten finden, um etwas verändern zu können.“

Seinen Weg von der CDU zu den Linken finden viele verwunderlich, weiß Löhr. „Für mich ist das aber stimmig: Ich bin christlich erzogen,, und Jesus war der erste Sozialist, vereinfacht gesagt. Will heißen: Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht das Kapital. Das ist es, was mich in der Politik antreibt: immer zu fragen, was bringt es den Menschen?“ Diese Haltung ist zum Teil sicher auch auf seine beruflichen Erfahrungen zurückzuführen. Löhr hat eine Ausbildung als Sozialversicherungsfachangestellter, hat Betriebswirtschaft studiert und arbeitet seit 1994 als selbstständiger Betreuer und Nachlasspfleger. Mit den Folgen von Hartz IV hat er da fast täglich zu tun. Und weiß natürlich auch von daher nur zu gut, wie wichtig eine gute und angemessen bezahlte Arbeit für die Menschen ist.

„Betriebe erhalten, nicht nur neue ansiedeln“ lautet sein Credo. Belegschaften, die ihren ins Schlingern geratenen Betrieb übernehmen wollen, müssen dabei kompetent beraten und begleitet werden, haben er und die Linke gefordert. Erfolgreich übrigens. „Wir sehen darin auch eine Chance, eine neue Kultur in der Wirtschaft zu etablieren: nicht Geld für Aktionäre erwirtschaften, sondern für die Sicherung des Betriebes sorgen“, sagt er. „In dem Bereich wollen wir intensiv weitermachen.“

Dezentrale Energieversorgung, natürlich auch mit erneuerbaren Energien, konsequente Umsetzung des von der Städteregion verabschiedeten Klimaschutzkonzeptes, bezahlbarer Wohnraum, Sicherung derv Krankenhausversorgung, Ausbau des ÖPNV – all diese Themen stehen natürlich auch auf Löhrs Agenda. Und die will er in den nächsten sechs Jahren mit einer starken Fraktion im Städteregionstag angehen.

„Die vergangenen fünf Jahren waren auch eine Zeit des Lernens, jetzt können wir Themen vertiefen“, sagt er. Der Arbeitsaufwand sei enorm gewesen mit nur drei Abgeordneten. „Aber trotzdem haben wir Akzente gesetzt.“ Und die werden mit mehr Leuten noch stärker ausfallen, ist er überzeugt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert