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Städteregionsrat: Berufsschulen ortsnah erhalten

Von: Rolf Hohl
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Gute Wünsche: Beim traditionellen Neujahrsbesuch der Kreishandwerkerschaft im Haus der Städteregion darf die Torte natürlich nicht fehlen. Angeschnitten wird sie von Kreishandwerksmeister Herbert May (l.) und Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Foto: Andreas Herrmann

Städteregion. Eine strenge Diät zählt hoffentlich nicht zu Helmut Etschenbergs Vorsätzen für 2017. Das neue Jahr ist noch keine zwei Wochen alt, da kam die Kreishandwerkerschaft zum traditionellen Neujahrsempfang beim Städteregionsrat vorbei – und brachte einen großen Kuchen mit.

Neben Süßem mit Schokoladenguss gab es aber auch Tadel und einige Anregungen für die Vertreter der Politik, was in der Welt des Handwerks in diesem Jahr noch etwas besser gemacht werden könnte.

Insgesamt, so sagte Kreishandwerksmeister Herbert May, sei das vergangene Jahr für die meisten Handwerksbetriebe in der Region zufriedenstellend verlaufen. Diese profitierten besonders von der bundesweit steigenden Wohnungsbautätigkeit und auch die Beschäftigung in der Branche habe sich konstant gehalten oder sei sogar leicht angestiegen. In der Städteregion waren laut May 2016 mehr als 36.000 Arbeitnehmer und rund 4500 Auszubildende in Handwerksberufen tätig.

Als große Herausforderungen für die nahe Zukunft machte May vor allem die Digitalisierung im Handwerk sowie den Erhalt von Berufsschulen in der Aachener Region aus. „Bei manchen Berufen muss vielleicht darüber nachgedacht werden, die jungen Leute zusammen mit denen aus verwandten Berufen oder jahrgangsübergreifend zu beschulen“, sagte der Kreishandwerksmeister. Dafür müsse der rechtliche Rahmen geschaffen werde. Noch zu oft scheiterten Ausbildungsverträge an den weiten Wegen zur nächsten Berufsschule.

May warnte zudem vor „überzogenen Forderungen“ hinsichtlich der Energieeffizienznormen. Diese hätten an manchen Orten dazu geführt, dass die Ersparnis von Energie und die Kosten in einem ungleichen Verhältnis stünden.

Und auch gegen die vom Land Nordrhein-Westfalen angestrebte Hygiene-Ampel für Lebensmittelbetriebe äußerte May deutliche Kritik: „Unsere Betriebe scheuen keine Kontrolle, aber es gibt bereits jetzt ausreichend rechtliche Möglichkeiten und Maßnahmen, um gegen Mängel vorzugehen. Wir brauchen nicht noch mehr Bürokratie.“ Städteregionsrat Etschenberg teilte diese Ansicht. „Ich halte die Hygiene-Ampel für völligen Unsinn“, sagte er. „Die Fraktionsvorsitzenden der Parteien achten immer sehr kritisch auf die Entwicklung der Personalkosten bei uns. Und eine Bürokratie, wie sie für die Ampel notwendig wäre, treibt die Kosten für die Verwaltung in die Höhe.“

Bei anderen Punkten, etwa der Eingliederung von jungen Geflüchteten in den Arbeitsmarkt, sieht Etschenberg die Städteregion auf einem guten Weg. Praktikumsplätze hätten sich da bewährt, um den Menschen erste Eindrücke in die Betriebe zu ermöglichen. „Da gibt es solche, die reißen sich am Riemen und andere, die noch etwas lernen müssen“, bemerkte er.

Die Wirkungen einer gesunden Handwerksbranche kämen am Ende der ganzen Region zugute. „Wir brauchen nicht nur Nobelpreisträger, sondern auch Leute, die für ein trockenes Dach über dem Kopf sorgen.“

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