Städteregionale Mobilitätserhebung: Bestandsaufnahme unabdingbar

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Zensus 2011 ist noch in vollem Gange, da flattert vielen Einwohnern der nächste Fragebogen ins Haus: Am Donnerstag starten Stadt und Städteregion Aachen die „Mobilitätserhebung 2011”.

In den zehn Kommunen werden insgesamt 10.000 zufällig ausgewählte Haushalte gebeten, detailliert über ihr Mobilitätsverhalten an einem ganz normalen Werktag Auskunft zu geben. Und die Verantwortlichen hoffen, dass möglichst viele der Angeschriebenen sich beteiligen, damit die Befragung repräsentativen Charakter bekommt. „5000 müssen wir schon haben”, sagt Dr. Armin Langweg vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen der Stadt Aachen. „Das sind etwa ein Prozent aller Einwohner.”

Und wozu das Ganze? „In der Stadt Aachen haben wir 1991 die letzte Mobilitätserhebung gemacht”, sagt Dezernentin Gisela Nacken. „Mit den Daten kann man nun wirklich nichts mehr anfangen.” Die Daten für den Altkreis sind laut Markus Terodde, stellvertretender Dezernent der Städteregion für Regionalentwicklung, ähnlich alt und noch dazu nicht einmal flächendeckend. Doch Mobilität mache nicht an Stadtgrenzen Halt, und in den vergangenen 20 Jahren habe sich so viel verändert, dass eine aktuelle Bestandaufnahme unabdingbar sei.

Etwa für die Planung von Straßen, aber auch die Gestaltung der Bus- und Bahnverkehre und - in der Städteregion als Modellregion für Elekromobilität ein weiterer Aspekt - für die Planung der Infrastruktur für ebendiese, erläutert Nacken. Und Langweg ergänzt: „Es müssen heute im Bereich Mobilität politische Entscheidungen für die nächsten 20 bis 30 Jahre getroffen werden.” Auf der Basis vernünftiger Daten. Doch die gibt es trotz allerlei Statistiken offenbar nicht. „Es hat mich überrascht, über wie wenig Verkehrsdaten wir verfügen. Da wird schon ziemlich viel geschätzt”, stellt Terodde fest.

Doch damit soll bald Schluss sein. Und deshalb wollen die Experten wissen, wie und wann sich die Menschen mit welchem Verkehrsmittel (oder auch zu Fuß) warum an einem ganz bestimmten Tag bei welchem Wetter wohin begeben haben - oder ob einfach sie zu Hause geblieben sind. „Wir wollen auch das Verhalten bestimmter Personengruppen abbilden”, erläutert Langweg. Von Studenten etwa oder Nicht-Erwerbstätigen. Wenn beispielsweise die Zahl der Studenten steige, ändere sich damit ja auch die Anforderungen an deren Mobilität. „Deshalb fragen wir auch viele Personendaten ab”, sagt er und versichert: „Der Datenschutz wird streng beachtet, alle Daten werden für die Auswertung anonymisiert. Und wir verkaufen die Daten auch nicht an Dritte.”

Rund 80.000 Euro kostet die Erhebung, mit der die HHS Ingenier GmbH Aachen beauftragt wurde. 70 Prozent davon übernimmt das Land. Gleichsam „Huckepack” ist zudem eine Befragung zur E-Mobilität angehängt.

Beteiligen können sich übrigens auch alle, die in den kommenden Tagen und Wochen keine persönlich Einladung dazu erhalten - per Internet. Der Fragebogen und weitere Informationen zur Mobilitätserhebung, demnächst auch Zwischenergebnisse, sind auf den Seiten von Stadt und Städteregion Aachen zu finden. Das Endergebnis soll im Oktober vorliegen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert