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Städteregion nimmt Familien in den Blick

Von: Jutta Geese
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Mutter, Vater, Kind: Ist das d
Mutter, Vater, Kind: Ist das die typische Familienform im Altkreis Aachen? Wie leben Familien in der Region? Welche Wünsche haben sie an die Politik vor Ort? Was brauchen sie an Unterstützung? Das sind nur einige Aspekte, denen die Städteregion mit einer umfassenden Familienbefragung nachgehen will. Foto: imago/blickwinkel

Aachen. 7545 Haushalte in den neun Kommunen des ehemaligen Kreises Aachen, in denen mindestens ein Kind unter 18 Jahren lebt, erhalten ab Dienstag Post von der Städteregion.

Inhalt: ein 24 Seiten starkes Din-A-4-Heft mit 74 Fragen zu ihrer Lebenssituation und die Bitte von Städteregionsrat Helmut Etschenberg, sich an der ersten umfassenden Befragung von Familien zu beteiligen. Freiwillig natürlich, und unter absoluter Wahrung der Anonymität.

Ziel ist es, ein möglichst genaues Bild davon zu bekommen, wo Familien der Schuh drückt, wie zufrieden sie beispielsweise mit ihrem Wohnumfeld sind, wo sie Defizite sehen, in welchen Bereichen sie sich mehr Unterstützung wünschen, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut bekommen und wie ihre wirtschaftliche Situation ist.

„In der als Keimzelle der Gesellschaft bezeichneten Familie wird das größte Potenzial gesehen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen”, sagt Etschenberg. „Dabei werden Kommunen nicht nur durch sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung, sondern insbesondere auch durch gewandelte Familienformen mit neuen Herausforderungen konfrontiert.” Sie müssten Antworten finden auf Fragen nach den Lebensbedingungen von Familien. Dazu gehöre natürlich das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch das Thema, wie die verschiedenen Generationen miteinander leben (wollen).

Doch dazu müssten die Verantwortlichen vor Ort fundierte Informationen über die Lebenswirklichkeit von Familien haben, erklärt Etschenberg. Es gebe zwar eine Fülle von Landes- und Bundesstatistiken, doch die bezögen sich immer nur auf Teilaspekte. „In einem ersten Schritt hat unsere Stabsstelle empirische Forschung diese Daten im Teilbericht Familie im Rahmen des Demografieberichtes auch ausgewertet - und die Bürgermeister, selbst aus so kritischen Kommunen wie Baesweiler - sind von dieser Arbeit sehr angetan und nutzen die Daten für die weitere Arbeit vor Ort”, sagt Etschenberg.

Was bislang fehle, seien belastbare, repräsentative und konkret auf die neun Kommunen bezogenen Angaben. Diese Lücke soll jetzt mit der Familienbefragung geschlossen werden. Außer der Stadt Aachen haben laut Etschenberg alle Kommunen das Angebot der Städteregion zur Teilnahme gerne angenommen. Und alle sind gespannt auf die Ergebnisse. Denn die Daten sollen nicht einfach in irgendeiner Schublade verschwinden. „Auf der Basis der Ergebnisse wollen wir in den nächsten zwei Jahren mit den Akteuren vor Ort Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von Familien erarbeiten”, erklärt Dr. Nina Mika-Helfmeier, Leiterin der Stabsstelle empirische Forschung der Städteregion. Wenn im Herbst erste Zwischenergebnisse vorliegen, will sich ihre Stabsstelle drei Themenfelder schon einmal näher anschauen: Kinderarmut, Beruf und Familie sowie Familienbildung.

Mit der Erhebung beauftragt wurde die „Faktor Familie” GmbH Bochum, eine Ausgründung aus der Ruhr-Universität Bochum. „Wir haben solche Befragungen bereits in 14 Städten und drei Kreisen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Das Instrument ist also sehr, sehr getestet”, betont deren Geschäftsführerin Annett Schultz. Per „statistischer Zufallsauswahl”, einem bewährten Verfahren bei repräsentativen Erhebungen, seien die 7545 Haushalte, die jetzt befragt werden sollen, ausgewählt worden. Schultz hofft, dass die Beteiligung zwischen Baesweiler und Monschau ähnlich hoch sein wird wie zuletzt in Hilden - da hat fast die Hälfte aller angeschriebenen Familien Auskunft gegeben.

„Datenschutz und Anonymität sind absolut gewährleistet”, versichert Diplom-Soziologin Antje Rüter von der Stabsstelle empirische Forschung der Städteregion. „Es gibt keinerlei Verknüpfung mit anderen Stellen.” Die Fragebögen enthalten keinerlei personenbezogene Daten - und die ausgefüllten Hefte sollen per beigelegtem Freiumschlag ohne Absenderangabe bis zum 20. Juli zurückgeschickt werden. Ende Juni erhalten die ausgewählten Haushalte ein „Erinnerungsschreiben”, sagt Rüter, „und zwar alle, weil wir ja nicht wissen, wer seinen Bogen schon zurückgeschickt hat.”
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