SPD verspricht Haltung statt Halbherzigkeit

Von: Jutta Geese
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Wahlkampfauftakt beim politischen Aschermittwoch: Bundestagskandidat Detlef Loosz (rechts) kann sich auf die Unterstützung „seiner“ Sozialdemokraten im Altkreis verlassen, allen voran marschieren die beiden Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers und Stefan Kämmerling. Foto: Jutta Geese

Alsdorf. Ob das ein gutes Omen für das Wahljahr 2013 ist? Zum vierten Mal hatte die SPD im Altkreis zum politischen Aschermittwoch in die Stadthalle Alsdorf eingeladen – und es kamen so viele Genossinnen und Genossen wie noch nie.

Auf die Schnelle mussten sogar noch Tische und Stühle herbeigeschafft werden, damit alle rund 220 Gäste ihren Fisch – wahlweise auch ihr Schnitzel – und zuvor die obligatorischen Reden im Sitzen genießen konnten.

Den unerwarteten Besucherandrang wertete Eva-Maria Voigt-Küppers, Landtagsabgeordnete und stellvertretende Unterbezirksvorsitzende, jedenfalls als „ein wichtiges Signal“. Die SPD in der Städteregion sei „eine starke Kraft“. Mit langen Reden hielt sich Voigt-Küppers nicht weiter auf, das überließ sie dem sozialdemokratischen Bundestagskandidaten Detlef Loosz.

Und der lieferte, was ein Redner beim politischen Aschermittwoch zu liefern hat: Er redete die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung in Grund und Boden, sparte auch nicht mit Häme gegen Bundeskanzlerin Merkel. „Mir tut Angela richtig leid, die hat doch nur noch Personalprobleme“, feixte er und die Zuhörer im Saal ließen ein langgezogenes, hämisches „Oooh“ erklingen.

„Und dann auch noch die Schlappe bei der Niedersachsenwahl“, lästerte Loosz genüsslich, ehe er auf einige politische Entscheidungen einging, die die SPD als Fehler einstuft. Stichwort Betreuungsgeld für Eltern, die ihre unter Dreijährigen nicht in eine Kita Schicken. „Keine wollte es, aber warum kommt es dann?“, so seine rhetorische Frage. „Ich habe absolut kein Problem damit, wenn Mütter oder Väter zu Hause bleiben wollen. Aber leisten können sich das ohnehin nur die, die genug haben. Warum sollen die auch noch Geld vom Steuerzahler dafür erhalten?“

Versagen warf Loosz Schwarz-Gelb auch in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik vor. Dass 9 Millionen Menschen ihr Leben im Niedriglohnsektor und eine Million Menschen als Leiharbeiter fristen und immer mehr Menschen Angst vor Altersarmut haben, sei Folge ihrer Politik beziehungsweise ihrer Untätigkeit. Als „Ramschkonzepte“ titulierte Loosz Regierungsvorhaben wie die Einführung von Lohnuntergrenzen, Pflege-Euro oder zur Strompreisbremse. „Das ist Politik, die nur so tut als ob“, Das ist halbherziges Rumgewurschtel“, sagte er. „Die Regierung ist im Amt, aber sie tut nichts.“

Die Frage, wofür denn die Sozialdemokraten stehen, beantwortete Loosz an diesem Abend auch: für einen flächenden Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro; für gleichen Lohn für gleiche Arbeit – für Zeitarbeiter ebenso wie für Frauen; für eine „armutsfeste Solidarrente“ von 850 Euro; für ein 1000-Stunden-Budget für Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen müssen; für den Ausbau von U3-Betreuungsplätzen und von Ganztagsschulen; für eine solidarische Bürgerversicherung im Gesundheitssystem; für ein mieterfreundliches Mietrecht; für ein Steuersystem, das anders als das Ehegattensplitting den „bunten Lebensentwürfen in unserem Land entspricht“. Und unter dem Beifall seiner Genossen stellte Loosz fest: „Das ist Haltung statt Halbherzigkeit, und das ist gelebte Solidarität.“

Mit seiner Rede, das wurde an diesem Abend deutlich, hat Loosz die Sozialdemokraten zwischen Baesweiler und Monschau so richtig für den Wahlkampf motiviert. Hans-Peter Thelen, SPD-Stadtverbandsvorsitzender in Alsdorf, rief aus, was wohl viele im Saal dachten: „Ab heute werden wir kämpfen, mit Detlef, für Detlef und für Peer Steinbrück.“

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