Schurken und Gaunereien nehmen eher zu denn ab

Von: Holger Bubel
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Alsdorf. Über mangelnde Beschäftigung können sich die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale in Alsdorf auf unbestimmte Zeit nicht beklagen: Schurken und Gaunereien nehmen eher zu denn ab.

„Es gibt Fälle, da kann man nur schmunzeln, aber manchmal bleibt einem einfach nur die Spucke weg”, sagt Claudia Schmitz, Leiterin der Beratungsstelle, mit Blick auf das vergangene Geschäftsjahr, dessen Bericht jetzt vorgelegt wurde.

Besonders häufig suchen Verbraucher Rat zu den Themen Digital-TV, Telekommunikation, Internet und DSL. Mit fast der Hälfte der Anfragen, nämlich 42 Prozent, offenbart sich hier ein immer komplexer werdendes Vertragswerk, bei dem der Normalbürger einfach nicht mehr mitkommt und die persönlichen Folgen nicht mehr abschätzen kann. Claudia Schmitz macht das an einem Beispiel deutlich: „Ein Kunde, Arbeitslosengeld-II-Empfänger, hatte gleichzeitig 13 Handyverträge abgeschlossen. Alleine die Grundgebühren dafür überstiegen sein monatliches Arbeitslosengeld.”

Auch Geld- und Kreditfragen sowie Verschuldung sind mit 20 Prozent oben in der Hitliste zu finden. Es folgen Haushalt und Haushaltsgeräte (13 Prozent), Energie, Bauen und Wohnen sowie Mietrecht (9 ) und Finanzdienstleistungen (7 ) sowie Reise, Freizeit, Mobilität (5 ).

Die Zahl der Einzelkontakte im Jahr 2010 ist mit 12.300 Beratungen im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht zurückgegangen. „Aber das hängt damit zusammen, dass mit Gründung der Städteregion die Wohn- und Pfelegeberatung nach Aachen geholt wurde”, erklärt Claudia Schmitz. Allerdings: Seit dem 1. Mai bietet die Verbraucherzentrale in Alsdorf nun auch die Energieberatung an, die bis dahin in Monschau angesiedelt war. Die Unterstützung und Hilfe durch die Verbraucherzentrale ist so gefragt, dass der Personalbestand jetzt um einen Mitarbeiter aufgestockt wurde, freut sich Claudia Schmitz.

Einen Trend hat die Leiterin der Alsdorfer Zentrale ausgemacht: Die Beratungen werden ob einer komplexeren Thematik der Anfragen für sie und ihre sechs Mitarbeiter deutlich länger: „Ob Kaffeefahrten oder Internetfallen: Tricks und Abzocke werden immer subtiler.”

Und: Oftmals sind es ältere Menschen, die sich in ihrer Ratlosigkeit an die Verbraucherzentrale wenden. Übrigens nicht nur Menschen aus Alsdorf, dem Sitz der Verbraucherzentrale. Auch wenn die Beratungsstelle ursprünglich für den sogenannten „alten Nordkreis” mit den Städten Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen, die neben dem Land NRW die Hälfte der Finanzierung übernehmen, gedacht war, gibt es viele Anfragen aus anderen Städten. Etwa jede fünfte kommt aus anderen Kommunen in der Städteregion oder auch aus dem benachbarten Kreis Heinsberg.

Kontaktadresse und Öffnungszeiten

Die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale befindet sich in der Bahnhofstraße 36-38 in Aldorf, Tel. 02404/93901.

Die Öffnungszeiten: montags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 10 bis 15 Uhr, donnerstag von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr. Dienstags ist die Beratungsstelle geschlossen.

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