Saint-Gobain streicht 45 Jobs

Von: Berthold Strauch
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Würselen. Dem Standort Würselen des französischen Auto- und Bauglasproduzenten Saint-Gobain stehen harte Einschnitte bevor.

Nach Informationen unserer Zeitung sollen in dem Sekurit-Werk im Gewerbepark Aachener Kreuz bis Ende September rund 45 Stellen gestrichen werden, ein kleinerer Teil bereits zum 30. Juni.

Nicht alle diese Mitarbeiter müssen betriebsbedingte Kündigungen fürchten. Ein Teil der Kollegen soll in eine Transfergesellschaft wechseln. Sie will die Betroffenen auf Arbeitsplätze in anderen Betrieben vorbereiten.

Bereits Anfang des Jahres hatte der für die Saint-Gobain-Niederlassungen in Würselen und Stolberg verantwortliche Werksleiter Stephan Kranz auf Nachfrage unserer Zeitung „personelle Anpassungen” angekündigt. Dabei sprach er von „weiteren Mengenrückgängen” wegen „strategischer Veränderungen”.

Hauptsächlich wurden in Würselen Autoscheiben für den VW Golf, den Audi A4 und die E-Klasse von Mercedes gefertigt. Außerdem war das Werk für das Ersatzgeschäft zuständig. Wegen des Wegfalls des Audi-Geschäfts waren bereits 15 Jobs in Frage gestellt.

Die Belegschaft, die einst rund 400 Mitarbeiter zählte, war bereits auf die Hälfte zusammengeschrumpft. Nun also geht dieser unerfreuliche Trend wieder ein Stück mehr nach unten.

Der Rückgang in Würselen steht im Kontext auch mit Aktivitäten des Konzerns in seiner Fabrik im polnischen Kattowicz. Dorthin würden entsprechende Produktionsanteile verlagert, hatte der Betriebsrat schon vor drei Monaten beklagt. Er habe dem Sozialpaket für die Würselener Anpassungen bislang noch nicht abschließend zugestimmt, war Mittwoch zu erfahren: Die Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan seien noch im Gange.

Unternehmenssprecherin Regina Decker bestätigte auf Anfrage, dass sich „Schwestergesellschaften im Ausland entschieden haben, Weiterveredelungen wie in Würselen direkt vor Ort selbst zu machen”. Dies sei eine Reaktion auf den hohen Kostendruck. Die genannten Zahlen zu den personellen Kürzungen wollte sie nicht kommentieren, um „den Verhandlungen nicht vorzugreifen”.
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