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RWTH-Umweltforum wirbt für Projekt „CO2-freie Städteregion”

Von: Udo Kals
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Klimapolitik im Schatten des Kraftwerks: Derzeit wird in der Städteregion eine CO2-Bilanz aufgestellt. Foto: Philip Driessen

Städteregion. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, sagt Professor Gerhard Curdes. Und er gibt zu: „Manche sagen, es ist zu ehrgeizig.” Doch für den Sprecher der Arbeitsgruppe Energie des Umweltforums der RWTH Aachen birgt das Projekt „CO2-freie Städteregion 2050” eine große Chance - nämlich im Sinne des Klimaschutzes nicht nur ein ambitioniertes Ziel zu formulieren, sondern auch die vielfältigen Projekte und Anstrengungen zu bündeln.

„Es gibt viele Einzelinitiativen. Aber niemand hat derzeit einen Gesamtüberblick. Man weiß nicht, wer was und mit welchen Effekten tut”, sagt Curdes, der einen ganzheitlichen Ansatz fordert: „Alle Akteure müssen unter einem Dach zusammenarbeiten und auf verschiedenen Handlungsfeldern kooperieren.”

Will heißen: Kommunen, Hochschulen, Versorger, Kammern und andere Institutionen müssten gemeinsame Strategien für Bereiche wie Windenergie und energetische Altbausanierung, aber auch wie zukunftstaugliche Siedlungsstruktur oder klimaverträglicher Orts- und Regionalverkehr entwickeln. Neben den Klimaeffekten könnten als weitere Vorteile ein Aufbruchsignal für die Region gesetzt und Synergien durch die Bündelung des Wissens geschaffen werden, sagt Curdes, der dem städteregionalen Umweltausschuss jetzt ein ausgefeiltes Konzeptpapier vorstellte, und betont: „Im Sommer könnten wir mit dem Projekt starten.”

Politik muss entscheiden

Ob die Kooperation mit der RWTH zustandekommt, wird die Politik in den nächsten Monaten entscheiden müssen und hängt vor allem von finanziellen wie organisatorischen Fragen ab. Inhaltlich gibt es - mit Ausnahme der FDP-Fraktion, die die fehlende Überprüfbarkeit der Klimaschutzziele moniert - kaum einen Dissens, will sich die Städteregion doch nicht nur auf Drängen der schwarz-grünen Mehrheit als klimapolitische Modellregion profilieren. Aus gutem Grund, wie Dr. Thomas Griese (Grüne) betont: „Das ist nicht nur Politik von ein paar Umweltbewegten. Vielmehr ist aktive Umweltpolitik auch aktive Wirtschaftspolitik.”

Ein wichtiger Bestandteil ist das städteregionale Klimaschutzkonzept, das im Jahr 2008 vom Kreistag auf den Weg gebracht wurde. Das Papier soll - zumindest für das ehemalige Kreisgebiet - unter anderem eine CO2-Bilanz enthalten und auf dieser Grundlage realistische Handlungsempfehlungen geben. Liegen die Ergebnisse vor, soll nach dem Willen von CDU, SPD, Grünen, UWG und Linkspartei die kommunale Zusammenarbeit intensiviert werden. Das heißt vor allem auch, dass das Klimaschutzkonzept - wenn möglich und gewünscht - mit dem der Stadt Aachen verzahnt wird.

Aber auch unter den ehemaligen Kreiskommunen soll ein intensiver (Erfahrungs-)Austausch stattfinden. Bei der Umsetzung setzt Schwarz-Grün auf politische Verantwortung. Das heißt: Sollte ursprünglich ein Projektbeirat den Prozess begleiten, wird nun gegen gegen die Stimmen der Opposition ein Unterausschuss „Modellregion Klimaschutz” eingesetzt. Griese: „Ein Beirat ist uns schlicht und einfach zu wenig, um diesen wichtigen Prozess zu steuern.” Wobei bei Bedarf themenbezogen Akteure aus verschiedenen Bereichen eingebunden werden sollen.

Einige von ihnen werden sich schon bald treffen - so findet am 24. März eine Klimakonferenz im Energeticon in Alsdorf statt, die so mancher als wichtige Auftaktveranstaltung für den langen Weg zu einer möglichst CO2-freien Städteregion ansieht.
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