Reformationsjahr als starker Impuls für die Zukunft

Von: Rolf Hohl
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Sind mit dem Reformationsjubiläum sehr zufrieden: Jens-Peter Brentzin (v.l.), Hans-Peter Bruckhoff und Erik Schumacher. Foto: Rolf Hohl

Städteregion. Das Reformationsjubiläum hat bei Kirche und Gläubigen nachhaltige Eindrücke hinterlassen. Zu diesem Fazit kamen die rund 120 Delegierten aus den elf Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Aachen jetzt bei der Kreissynode in Stolberg.

Symbolträchtig fand die Zusammenkunft im Ökumenischen Gemeindezentrum Frankental statt, was man durchaus als Wegweiser für das künftige Verhältnis von katholischer und evangelischer Kirche verstehen konnte.

Schon knapp zwei Wochen zuvor hatte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, den Anfang gemacht. Bei der Schlussveranstaltung des Reformationsjahres in der Wittenberger Schlosskirche hatte er seinen Gruß direkt an den Papst gerichtet und damit den Katholiken die Hand zur Versöhnung ausgestreckt.

Auch der Superintendent des Kirchenkreises Aachen, Hans-Peter Bruckhoff, sah in den zahlreichen Veranstaltungen zur Reformation einen starken Impuls, um den 500 Jahre alten Konfessionszwist zu überwinden. „Wir sehen, dass dieses Jahr viele offene Türen hinterlassen hat und wir nicht einfach so weitermachen können wie bisher“, sagte er.

In politischer Hinsicht hätten die zurückliegenden Monate zudem gezeigt, dass die Evangelische Kirche kampagnenfähig sei. Dieses neue Bewusstsein müsse nun genutzt werden, um den ökumenischen Weg weiter zu verfolgen. „Wir haben das Reformationsjahr auch genutzt, um die dunklen Seiten Martin Luthers aufzuarbeiten. Dazu gehört sicherlich sein Antisemitismus, der eben nicht alleine auf den damaligen Zeitgeist im Mittelalter zurückzuführen ist“, erklärte der Superintendent.

Ein wenig in die Defensive geraten sei man bei der Reformationssynode in Rheydt Anfang September mit Delegierten aus Tansania, Namibia, Indonesien und weiteren Ländern der Südhalbkugel, berichtete der Vorsitzende des synodalen Finanzausschusses, Erik Schumacher: „Wir wurden häufig gefragt, warum die Kirchen hier so leer und weshalb kaum Jugendliche bei den Gottesdiensten dabei sind. Bei ihnen seien die Kirchen proppenvoll.“ Gerade dieses Selbstbewusstsein im Umgang mit den europäischen Ländern zeige, dass die alte Vorstellung von Missionaren und Missionierten längst aufgebrochen sei, so Schumacher.

Insgesamt wurde ein durchweg positives Fazit des Reformationsjubiläums gezogen. Dieses habe er als eine Art Jungbrunnen für die „alte Kirche“ erlebt, die sich erfrischend neu und experimentierfreudig gezeigt habe, so Jens-Peter Brentzin, Beauftragter für das Reformationsjubiläum im Kirchenkreis Aachen. Mit Gottesdiensten, Konzerten, Vorträgen, Theatern und Festen habe man im Jubiläumsjahr mehrere zehntausend Menschen im Kirchenkreis erreicht, der momentan insgesamt knapp 79.000 Gemeindemitglieder zählt.

Weiter wurde auf der Kreissynode beschlossen, die Arbeit des Diakonischen Werks mit einem Zuschuss von bis zu 2,5 Millionen Euro aus Kirchenkreisrücklagen zu stärken. Zudem wolle man ab 2018 die Jugendarbeit intensivieren und dafür 170.000 Euro zur Verfügung stellen, erklärte der Finanzausschussvorsitzende Schumacher. Um in Zukunft die gesetzlich vorgeschriebene Verwaltungsstrukturreform und Vorgaben zur IT-Sicherheit umsetzen zu können, werde die kreiskirchliche Umlage von 31 auf 38 Prozent erhöht. Diese werde dann insgesamt 3,25 Millionen Euro betragen.

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