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Prüfungsangst: „Das passt doch gar nicht zu dir!“

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:
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Will Menschen helfen, ihre Prüfungsangst zu überwinden: Bastian Schüttler initiiert eine Selbsthilfegruppe, erst mal für Studierende. Foto: J.Geese

Städteregion. Zittern, Schweißausbrüche, Stottern, Erröten: Die Symptome von Prüfungsangst kennt Bastian Schütteler genau. „Ich war oder bin selbst ein bisschen betroffen“, sagt der 22-jährige Simmerather. „Man fühlt sich blockiert, legt Vermeidungsverhalten an den Tag, schützt beispielsweise Krankheit vor.“

Aufmunternd gemeinte Sätze wie „Komm, das schaffst du schon“ oder gar „Das passt doch gar nicht zu dir“ von Freunden setzen eher noch mehr unter Druck, als dass sie helfen. Schüttler hat seine Prüfungsangst weitgehend überwunden. Jetzt möchte er mit einer Selbsthilfegruppe anderen helfen, sich von den Ängsten zu befreien.

„Mir hat geholfen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich habe viel recherchiert“, sagt Bastian Schüttler. Angst, sich vor unbekannten Menschen zu blamieren, spiele bei Prüfungsangst eine Rolle. Solch negative Gedanken verunsicherten. Sicherheit habe er durch den Austausch mit anderen gewonnen.

„Eine Selbsthilfegruppe ist der geeignete Platz, sich seinen Ängsten zu stellen“, ist Bastian Schüttler überzeugt. Denn hier treffe man auf Menschen, die ähnliche Erfahrungen wie man selbst gemacht haben, die wissen, wovon sie reden und die wissen, wie schwer es ist, mit der Angst zu leben. Die Gruppe biete einen geschützten Raum, alle Teilnehmer nähmen freiwillig teil, alle seien gleichberechtigt, jeder agiere selbstverantwortlich. Selbstverständlich seien die Gespräche vertraulich

Auf die Leitung einer Selbsthilfegruppe hat sich der 22-Jährige gut vorbereitet. „Ich habe beim Selbsthilfebüro der Städteregion eine Ausbildung zum ‚In-Gang-Setzer‘ gemacht“, erzählt er. Im Mittelpunkt dieses Kurses stehen Kommunikationsformen. Denn es ist nicht leicht, Menschen, die sich in einer Selbsthilfegruppe ja zunächst völlig fremd sind, die Unsicherheit zu nehmen. Das aber ist notwendig, damit der Austausch in der Gruppe für alle fruchtbar ist.

Dabei helfen „In-Gang-Setzer“ wie Bastian Schüttler. „Ich leite die Gruppe nicht, ich moderiere sie“, stellt er klar. „Und ich begleite sie in der Startphase, lasse sie dann aber los.“ Es sei denn, die Gruppe brauche bei einem Problem die Hilfe eines Moderators.

Starten will Bastian Schüttler zunächst mit Studentinnen und Studenten. Denn deren Lebenssituation ist ihm vertraut. Schließlich studiert er selbst, und zwar Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule Aachen. Er ist im fünften Semester und absolviert derzeit sein Praxissemester im Sozialpsychiatrischen Dienst der Städteregion. Die Initiierung und Begleitung der „Prüfungsangst“-Selbsthilfegruppe ist zwar ein Projekt im Rahmen seines Studiums, das er – wenn alles glatt läuft – im Sommer beenden wird.

Aber, sagt Bastian Schüttler: „Ich möchte dann ehrenamtlich weitermachen.“ Weil er seine Erfahrungen mit Prüfungsangst weitergeben möchte, aber auch „weil die Begleitung einer Selbsthilfegruppe ja auch ein Erfahrungswert für mich selbst ist“.

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