Monschau/Heimbach - Perlbachwerk: Auf einen Schlag 100 Neukunden

Perlbachwerk: Auf einen Schlag 100 Neukunden

Von: Heiner Schepp
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Perlbach-Betriebsleiter Derk Buchsteiner in eine der beiden identischen Kammern des Mützenicher Hochbehälters. Drei Millionen Liter Wasser fasst jeder der gewaltigen Behälter (25 Meter Durchmesser, acht Meter Höhe), aus denen ab Juni das Trinkwasser in Richtung Mützenich gepumpt wird. Foto: Schepp, van Londen
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Unter anderem macht sich das Wasser von hier aus auch auf den rund 25 Kilometer weiten Weg zum neuen Ferienpark in Schwammenauel, dessen Frischwasser-Leitungsnetz der Perlbachverband nun übernommen hat. Foto: Schepp, van Londen
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So sah es zur Bauphase im Versorgungsbereich unter den Ferienhäusern in Heimbach aus, die nun ihr Frischwasser aus der Perlbachtalsperre Foto: Klinkhammer

Monschau/Heimbach. Es sind ereignisreiche April-Tage für das kleine Monschauer Wasserwerk Perlenbach – und sehr erfreuliche. Während mit dem neuen Hochbehälter in Mützenich eines der größten und wichtigsten Bauprojekte des Zweckverbandes auf die Zielgerade einbiegt, bedeutet die Übernahme der Wasserversorgung für den jetzt eröffneten Ferienpark „Eifeler Tor“ in Heimbach einen Zuwachs von 100 Hausanschlüssen auf einen Schlag.

„Das ist ein absoluter Glücksgriff für uns und auch für unsere Kunden, denn der Versorgungsauftrag und die Leitungsübernahme des Resorts Eifeler Tor bedeuten ein Stück weit Existenzsicherung für das Werk und Preisstabilität für unser Trinkwasser“, freute sich Betriebsleiter Derk Buchsteiner über die erholungsuchenden Neukunden in Heimbach. Wie berichtet, hatte der Landal-Ferienpark im Hang von Schwammenauel am vergangenen Samstag Eröffnung gefeiert, 100 Ferienhäuser bietet der niederländische Investor hier vor allem Urlaubskunden in unseren westlichen Nachbarländern an.

Der Perlbachverband hatte vor Baubeginn mit dem Eigentümer des Parks einen Erschließungsvertrag über die Wasserversorgung durch das Monschauer Wasserwerk geschlossen. Am 1. April fand nun die formale Leitungsübernahme des vom Bauträger des Ferienparks erstellten Leitungsnetzes in das Eigentum des Wasserversorgungs-Zweckverbandes Perlenbach statt. „Die Gesundheitsämter der Städteregion Aachen und des Kreises Düren wurden hierüber formal unterrichtet. Der Ferienpark wird nunmehr vollständig durch uns mit Trinkwasser versorgt und die rund 100 Hausanschlüsse tariflich abgerechnet“, teilte Buchsteiner jetzt im Betriebsausschuss mit.

Der Betriebsleiter rechnet mit einem Mehreinsatz zwischen 30 000 und 50 000 Kubikmetern, sollten denn die vom Ferienparkbetreiber angesetzten 200 000 Übernachtungen pro Jahr realisiert werden. „Für diesen Abschluss hat Gerhard Schmitz über drei, vier Jahre hart arbeiten und mit den Niederländern verhandeln müssen“, lobte Derk Buchseiner den Abteilungsleiter Bau und Planung beim Perlbachverband.

Mit Trinkwasser gespeist werden die hübschen Fachwerkhäuschen über Schwammenauel somit aus der Perlbachtalsperre, und folglich ab Juni auch über den neuen Hochbehälter Mützenich, der gerade seiner Vollendung entgegen strebt. Der zentrale Hochbehälter Mützenich, der mit der Speicherung und Durchleitung von 85 Prozent des Trinkwassers in der Region einen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit leistet, musste neu gebaut werden.

Der Vorgänger im Wiesenland unterhalb des Mützenicher Stelings bestand aus zwei Bauteilen aus den Jahren 1955 mit 920 Kubikmeter Inhalt und aus 1967 mit 2065 Kubikmeter Inhalt. In sämtlichen Kammern wurde vor Jahren an der Oberflächenbeschichtung und den Mörtelflächen eine sogenannte „hydrolytische Korrosion“ festgestellt, die sich in Teilen auch auf den Konstruktionsbeton und die Bewehrung des alten Bauwerks ausgebreitet hatte. Eine durchgeführte Bauzustandsanalyse ergab dringenden Handlungsbedarf; zur Diskussion standen eine Sanierung oder ein Neubau.

Nach Ausarbeitung mehrerer Konzepte entschied sich das Perlbachwerk vor rund drei Jahren für einen Neubau. Die Wahl fiel auf einen Brillenbehälter in Ort- und Spannbetonbauweise mit zwei jeweils 3000 Kubikmeter großen, runden Wasserkammern und der Möglichkeit der Erweiterung auf eine weitere Kammer von wiederum 3000 Kubikmeter. Damit ist eine Kammer künftig genauso groß wie bislang der gesamte Hochbehälter

Baubeginn leicht verspätet

Ursprünglich sollte der neue Hochbehälter im April ans Netz gehen, „aber das Warten auf eine Genehmigung der Landschaftsbehörde hat den Baubeginn ein wenig verzögert“, blickt Derk Buchsteiner zurück, wobei die zeitliche Verschiebung nicht dramatisch ist, da der alte Hochbehälter noch Versorgungssicherheit gewährleistet.

Die Umstellung des Schieberkreuzes, das alten und neuen Behälter verbindet, wird dann im Juni der Höhepunkt der offiziellen Inbetriebnahme des neuen Hochbehälters Mützenich werden – allerdings mit nur einer Kammer: „Die zweite Kammer möchten wir erst nach der Eröffnung befüllen, damit die Besucher am Tag der offenen Tür, der die Inbetriebnahme begleiten wird, sich auch noch ein Bild vom leeren Behälter machen können“, verrät Derk Buchsteiner.

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