Radarfallen Blitzen Freisteller

Per „Crash-Kurs” die Realität erfahren

Von: Udo Kals
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Aachen. Spätestens wenn der Gurtmuffel bei einem Unfall wie ein Geschoss durch das Auto fliegt und womöglich noch andere Mitfahrer verletzt, ist Schluss mit lustig.

„Dann ist Ruhe unter den Schülern. Die Stille kann man richtig hören”, sagt Ralf Mallmann, als er am Dienstag bei der Vorstellung der Unfallstatistik für das Jahr 2010 vom Landesprogramm „Crash-Kurs NRW” berichtet, das bislang probeweise in landesweit fünf Polizeipräsidien umgesetzt worden ist und in den Schulen der Städteregion im Sommer an den Start gehen wird.

Betroffene erzählen es so, wie es war

Filme, die die Folgen eines Unfalls aufzeigen, werden von der Aachener Polizei bereits jetzt Verkehrsteilnehmern als sogenannte Schockvideos gezeigt. „Mit Erfolg”, wie Mallmann als Leiter der Direktion Verkehr im Aachener Polizeipräsidium meint. Der „Crash-Kurs” sei nun „noch eine Stufe emotionaler”. Denn es werden nicht nur Filme vorgeführt. Vielmehr schildern „Polizisten, Rettungssanitäter, Notärzte, Seelsorger und auch Angehörige von Unfallopfern als direkt Betroffene den Schülern ungeschönt die oftmals schrecklichen Folgen eines Unfalls”, sagt Mallmann, der von einem „sehr wirksamen und nachhaltigen Projekt” spricht, das womöglich noch vor Beginn der Sommerferien umgesetzt werden kann. „Schließlich hat unsere Klientel dann sehr viel Freizeit”, sagt Mallmann, der wie die Stellvertreterin des Polizeipräsidenten, Bärbel Feldmann-Beuß, die 18- bis 24-Jährigen derzeit als die größte Risikogruppe einstuft. „Und den Heranwachsenden werden wir wie bisher besondere Aufmerksamkeit schenken”, sagt Mallmann.

Ansonsten gilt es am Dienstag, fast ausnahmslos positive Zahlen zu verkünden. So sank etwa die Zahl der Unfalltoten auf ein Rekordtief: Mit neun registrierte die Polizei auf den Straßen der Städteregion sieben Tote weniger als ein Jahr zuvor. Wobei der Rückgang in der Stadt Aachen von acht auf zwei weitaus stärker als im Altkreis (von acht auf sieben) war. Zudem verweist Mallmann auf andere positive Entwicklungen bei Unfällen mit Kindern und Senioren, mit Radfahrern und Fußgängern verwies. Und überhaupt. Auch die Gesamtzahl der Unfälle samt leicht- und schwerverletzter Personen war 2010 rückläufig. „Eine erfreuliche Tendenz”, sagt Feldmann-Beuß. „Wir betrachten die Reduzierung der Unfallzahlen als Ansporn, sie noch weiter zu senken”, fügt Mallmann an.

Dabei sind beide auf einen weiteren Spitzenwert ebenfalls stolz: Die Aufklärungsquote der Aachener Polizei nach Verkehrsunfällen mit Verletzten und anschließender Unfallflucht liegt bei 75,8 Prozent und ist damit noch höher als 2009, als bereits 70,5 Prozent der Fälle gelöst wurden. „Unerlaubtes Entfernen lohnt nicht”, betont Mallmann. Neben dem Entzug des Führerscheins drohen Geld- und Freiheitsstrafen.
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