Aachen - Obduktion: 33-Jährige starb an Schweinegrippe

Obduktion: 33-Jährige starb an Schweinegrippe

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
Polizisten werden gegen Schweinegrippe geimpft
Spritzen mit dem Impfstoff Pandemrix. Foto: dpa

Aachen. Die 33-jährige Aachenerin, die in der Nacht zum Dienstag im Uniklinikum Aachen (UKA) gestorben ist, ist offenbar die erste Schweinegrippe-Tote in der Region. Bei der klinischen Obduktion der Toten heute Morgen im Institut für Pathologie des UKA seien keine Hinweise auf eine andere Todesursache gefunden worden, sagte der Ärztliche Direktor des UKA, Henning Saß, gegenüber unserer Zeitung.

Demnach sei sie an einer schweren Lungenentzündung in Folge der H1N1-Infektion gestorben. Ergebnisse von feingeweblichen Untersuchungen, die definitiv andere Todesursachen - etwa einen bakteriellen Erreger - ausschließen, stünden zwar noch aus. Saß hält eine andere Todesursache als die Neue Grippe „angesichts der Gesamtumstände des Todesfalls” aber für „sehr unwahrscheinlich”.

Der Tod der 33-Jährigen bleibe eine „sehr große Ausnahme” seit Auftreten der Schweinegrippe. Im UKA sei bislang pro Woche nur etwa ein schwerer Verlauf der Infektion aufgetreten. Alle Fälle außer der jungen Frau seien innerhalb weniger Tage beherrschbar gewesen.

Die junge Frau hatte im Aachener Luisenhospital am Montagmorgen im 7. Schwangerschaftsmonat ein Kind zur Welt gebracht. Das Frühchen ist nach Aussage des dortigen Ärztlichen Direktors, Wolfram Reeker, sofort nach der Geburt ins Uniklinikum verlegt worden, wo es intensivmedizinisch behandelt wird. Auf die Frage, wie es um die Überlebenschancen des Baby steht, sagte Saß: „Wir sind optimistisch.”

Das Frühchen ist von der Mutter offenbar nicht mit dem H1N1-Virus angesteckt worden. Das UKA hätte eine solche Infektion dem Gesundheitsamt der Städteregion melden müssen. Das ist nach Aussagen des Gesundheitsamtes nicht geschehen. Bei den klassischen Grippeviren gebe es keine Übertragung des Virus von der Schwangeren auf das ungeborene Kind, sagte Nikolai Maass, Leiter der Frauenklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Uniklinikum. „Wir wissen es aber noch nicht von der Schweinegrippe. Das können wir nicht hundertprozentig sagen.”

Reeker beobachtet, dass die Ängste in Zusammenhang mit der Schweinegrippe in der Bevölkerung durch das Bekanntwerden dieses außerordentlich tragischen Falls, „der sich in dieser Form hoffentlich nicht noch einmal wiederholt”, gestiegen seien. In der Notaufnahme seit bereits heute morgen ein leichter Anstieg der Fälle beobachtet worden, die sich mit grippeähnlichen Symptomen besorgt an das Luisenhospital gewandt hätten.
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