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Neujahrsempfang im Zeichen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Von: Jutta Geese
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Na, erraten? Wen stellt das Publikum da wohl voller Begeisterung pantomimisch dar? Richtig! Angela Merkel! Heerlens Bürgermeister Ralf Krewinkel (v.r.), Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Oliver Paasch, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. haben die Aufgabe, die ihnen Uwe Brandt, Moderator des Neujahrsempfangs am Sonntag und Intendant des Grenzlandtheaters, schnell gelöst. Foto: Andreas Herrmann

Eupen/Städteregion. Mit Schwung hinein ins neue Jahr gehen, mit einem lockeren und leichten Programm die Gäste unterhalten, ohne dabei die Augen vor den anstehenden politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu verschließen: Städteregionsrat Helmut Etschenberg ist dies am Sonntag bei seinem Neujahrsempfang gelungen.

Mit der Wahl des Veranstaltungsortes, dem Seminar- und Eventzentrum Kloster Heidberg in Eupen, machte er zugleich deutlich, dass ihm die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Region wichtig ist.

Die rund 200 Frauen und Männer aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft erlebten in der ehemaligen Klosterkapelle einen ausgesprochen kurzweiligen Vormittag. Dabei mussten sie sich nicht aufs Zuhören beschränken, sondern wurden Teil der „Neujahrsempfangsspielshow“. Ein Raunen ging durch die Reihen, als Moderator Uwe Brandt, der gewohnt spritzig und schlagfertig durch den Vormittag führte, erklärte, da sich niemand spontan zur Teilnahme gemeldet habe, werde man jetzt drei Kandidaten aus der Gästeschar per Losentscheid bestimmen. Die Anspannung löste sich in befreitem Lachen, als klar wurde, dass die Spielteilnehmer – drei Männer aus drei Ländern – längst feststanden: Ralf Krewinkel, Bürgermeister von Heerlen, Oliver Paasch, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, und Städteregionsrat Helmut Etschenberg.

Die zwei Spielrunden meisterten die drei Herren mit viel Humor und Schlagfertigkeit. Sie bildeten voller Lust und sehr zur Freude des Publikums Wortketten zu den Themen „Regionale Delikatessen“, „Bedeutende regionale Persönlichkeiten“ und „Was würden Sie mitnehmen, wenn Sie die Region länger verlassen müssten?“. Und auch beim Pantomimespiel, bei dem das Publikum mehr oder weniger gekonnt Begriffe und Personen wie Kaiser Karl, Holzschuhe, Matjes, Angela Merkel oder Fritten darstellte, machten sie eine gute Figur.

Dem heiteren Auftakt folgten ein paar ernste Worte. Nach den drei wichtigsten Themen gefragt, die im Jahr 2016 in ihrem Zuständigkeitsbereich anzupacken sind, nannten Oliver Paasch und Helmut Etschenberg den Umgang mit Flüchtlingen und deren Integration an erster Stelle, Ralf Krewinkel die Gestaltung des Zusammenlebens aller gesellschaftlichen Gruppen im Zentrum von Heerlen, wo auch viele arme Menschen lebten. Die Partnerschaft der drei Regionen zu festigen und hier „Europa im Kleinen“ zu gestalten, liegt allen dreien am Herzen, ebenso wie die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen. Krewinkel will zudem auf niederländischer Seite die Zusammenarbeit der Parkstadkommunen verbessern, speziell die zwischen Heerlen und Landgraf, „eventuell sogar beide Gemeinden zusammenfügen“.

Auf eine lange Rede verzichtete der Städteregionsrat auch in diesem Jahr. In nicht einmal zehn Minuten erklärte er seinen Gästen aber, „was mich und uns in diesem Jahr besonders bewegen wird“. Da steht natürlich das Thema Flüchtlinge an erster Stelle. „Die neue Herausforderung wird sein, uns um diejenigen zu kümmern, die länger bleiben werden, auch wenn sie formal noch nicht als Flüchtlinge anerkannt sind.“ Die Schaffung von Wohnraum sei vordringlich, mit allen Kommunen sei man dabei, Bauprogramme zu entwickeln. „Menschen, die aus Kriegsgebieten zu uns kommen, haben Anspruch auf unsere Unterstützung“, stellte er klar. Aber auch: „Bei den anderen werden wir konsequent Abschiebungen durchsetzen. Ich erwarte, dass der Gesetzgeber da Klarheit schafft. Und ich erwarte weiter die Unterstützung der Bürger für die, die bleiben.“

Das zweite große Thema für den Städteregionsrat ist die Abschaltung des Atomkraftwerkes Tihange. Etschenberg betonte, dass Politik und Verwaltung in der Städteregion dabei an einem Strang ziehen und auch rechtliche Schritte einlegen werden. Als dritte Herausforderung nannte Etschenberg die „Zukunftssicherung der Region, den Strukturwandel für die Zeit nach dem Ende des Braunkohleabbaus“.

Kurze Talkrunden mit Patrick Boderwé, dem Gastronomen von Baraque Michel, über das traditionsreiche Restaurant, kulturelle Unterschiede zwischen deutschen, belgischen und niederländischen Gästen und – natürlich – Fritten sowie mit dem Aachener Unternehmer Michael Nobis über – klar – Printen und deren Bedeutung für die Region, wirtschaftlich und als Imagefaktor, rundeten das Programm ab. Für musikalische Unterhaltung sorgten Juliane Dreyer, die derzeit im Grenzlandtheater im Musical „Hello Dolly“ die Hauptrolle singt, Liza Kos, die vor kurzem einen Comedy-Preis erhalten hat, und Hans-Georg Reinertz, Direktor der Musikakademie der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der auf der Orgel der ehemaligen Klosterkapelle klassische Werke spielte.

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