Eschweiler - Neue Therapiekonzepte für Prostatakrebs am St.-Antonius-Hospital

Neue Therapiekonzepte für Prostatakrebs am St.-Antonius-Hospital

Von: Andrea Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Nicht verpassen: Die wichtigste Rolle im Kampf gegen den Krebs der Prostata spielt die Früherkennung. Foto: Imago/Stock

Eschweiler. Der Prostatakrebs ist noch vor Darm- und Lungenkrebs der häufigste Tumor des Mannes. Während eine Erkrankung vor dem 45. Lebensjahr sehr selten ist, nimmt die Häufigkeit des Prostatakarzinoms mit dem Alter stark zu.

Das mittlere Erkrankungsalter betrug im Jahr 2002 laut Gesellschaft der epidemologischen Krebsregister in Deutschland etwas mehr als 70 Jahre.

Wenn die Krebsdiagnose durch Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) gesichert ist, besteht oft Unsicherheit bezüglich einer Behandlungsnotwendigkeit oder bei der Wahl des geeigneten Therapieverfahrens. Im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen - Mediziner antworten” steht am Mittwoch, 14. Januar, unter anderem der Leiter des Prostatakarzinom-Zentrums (PKZ) am St.-Antonius-Hospital Eschweiler, Professor Joachim Steffens, als Ansprechpartner zur Verfügung. Das PKZ ist ein Netzwerk, das alle für die Behandlung des Prostatakrebses relevanten Experten verschiedener medizinischer Fachgruppen vereint und wurde erst kürzlich durch die Deutsche Krebsgesellschaft rezertifiziert.

Im Frühstadium kann eine Heilung durch lokale Strahlentherapie oder radikale, nerverhaltende Prostatektomie (vollständige Entfernung der Prostata) erfolgen. Beim lokal fortgeschrittenen Prostatakrebs besteht die Möglichkeit zur Bestrahlung von außen und innen (vorübergehende radioaktive Bestrahlung der Prostata). Bei einem Prostatakarzinom, das bereits Metastasen gebildet hat, kommen eine Hormonentzugsbehandlung, eventuell Bestrahlung und eine Chemotherapie in Betracht.

Wertvolle Hilfestellungen bei der Auswahl der individuell angesagten Therapie ergeben sich aus den wöchentlichen Konferenzen eines Expertenteams aus verschiedenen Fachbereichen. Acht erstmals als Kooperationspartner von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte niedergelassene Urologen stellen Patienten mit neu diagnostiziertem oder bereits behandeltem und fortschreitendem Prostatakarzinom vor. Gemeinsam mit den Ärzten der urologischen und onkologischen Klinik, der Praxis für Strahlentherapie am St.-Antonius-Hospital und dem Pathologischen Institut der Krankenanstalten Düren erfolgen Therapieempfehlungen.

PKZ-Leiter Professor Steffens, der auch Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie des St.-Antonius-Hospitals ist, hebt hervor, dass durch qualitätssichernde Maßnahmen und interdisziplinäres Handeln die Behandlungskonzepte verbessert werden konnten. Auch Dr. Bodo Gutsche, Sprecher der niedergelassenen urologischen Kooperationspartner, betont, dass die Entscheidungsfindung auf breiter Basis die Behandlungssicherheit für die Ärzte erhöht hat.

Von der Politik werden die Krebszentren gefördert, weil dort von niedergelassenen und Krankenhausärzten gemeinschaftlich Therapiekonzepte anhand internationaler Leitlinien individuell umgesetzt werden. Seit Einführung der fachübergreifenden wöchentlichen Konferenz wird jeder Patient nicht nur aus Sicht des Urologen operiert oder bei Erstvorstellung beim Strahlentherapeuten nur bestrahlt, sondern es erfolgen anhand der patientenbezogenen Tumordaten abgestimmte Einzelfallentscheidungen. Hier gibt es nicht nur die Möglichkeiten „Stahl oder Strahl” (Operation oder Bestrahlung), auch Hormon- oder Chemotherapie sind manchmal angebrachte Alternativen.

Experten geben am 14. Januar Ratschläge

Alle Fragen rund um das Thema Prostatakarzinom beantworten am Mittwoch, 14. Januar, zwischen 16 und 18 Uhr Professor Joachim Steffens (Urologie/Bild), Dr. Uwe Maurer (Strahlentherapie) und Dr. Bodo Gutsche (Sprecher der kooperierenden niedergelassenen Urologen). Die Telefonnummern geben wir am Aktionstag gesondert bekannt.
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