Monschauer Kunst- und Kulturzentrum: Blicke auf Belgien und Dantes „Inferno”

Von: Daniel Gerhards
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Monschau. Eine unkonventionelle Ausstellung ist ab Samstag in Monschau zu sehen. Gezeigt werden Werke der Montjoie-Stipendiaten der Städteregion - und die sind alles andere als gewöhnlich.

Das Stipendium wird seit 2004 vergeben. In diesem Jahr wurden Marie von Heyl, Jean-Pierre Bredo und Giselle Cleres unter den gut 460 Bewerbern ausgewählt. Alle drei vertreten völlig unterschiedliche künstlerische Positionen. „Die Vielfalt ist imponierend”, sagt Städteregionsrat Helmut Etschenberg.

Durch das Stipendium und die damit verbundene Ausstellung im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) gebe die Städteregion Künstlern, „die wesentliche Beiträge zur zeitgenössischen Kunst” leisten, die Möglichkeit der „freien Entfaltung”, erläutert KuK-Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier: „Die Künstler sollen in einen Dialog mit dem Betrachter treten. Sie sollen ihre Position schaffen und auch vertreten.”

Marie von Heyel mischt in ihren Tusche- und Aquarellbildern Elemente, die sich zunächst völlig fremd sind. Als Quellen dienen ihr meist die Kunst- und Religionsgeschichte. Sie nimmt Personen oder Symbole aus dem Kontext und vermischt sie mit Alltäglichem. „Meine Zeichnungen erzählen eine Geschichte, ohne Inhalt zu vermitteln.” In Monschau begeisterten sie große Schiefermauern, die die Schichten des Erdreiches offenlegten. Das inspirierte sie zu der Verbindung von geologischen Zeichnungen mit Dantes „Inferno”.

Jean-Pierre Bredo befasst sich in seinen Arrangements mit den Gegensätzen seines Heimatlands Belgien. Die Farben Schwarz, Gelb und Rot bestimmen seine Werke. Bredo verwertet industriell gefertigte Dinge des täglichen Lebens mit Witz und einem Schuss Ironie. Dabei hat er immer die Frage nach der Identität der Belgier im Kopf. „Das Wort Heimat gibt es im Französischen nicht. Dabei ist das so ein schönes Wort”, sagte Bredo.

Mit der Vergabe des Stipendiums an Giselle Cleres ging man neue Wege. Erstmals wurde eine Jazz-Sängerin berücksichtigt, die als Künstlerin aus der Region ein Sonderstipendium erhielt. Eigentlich verfasst sie ihre Song-Texte in der Jazz-Sprache Englisch. Während ihrer Zeit in Monschau arbeitet sie allerdings auch an deutschen Stücken. „Durch eine andere Sprache kreiert man andere Melodien. Deutsch eckt an und ist sehr direkt.”

Sie wird bei der Eröffnung der Ausstellung im KuK am Samstag, 20. Februar, um 16 Uhr ein Konzert geben. Die Ausstellung ist bis 11. April zu den KuK-Öffnungszeiten (dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr) zu sehen.
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