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Mit oder ohne Gesetz: Inklusion schreitet voran

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Der Druck ist ein wenig raus aus dem Thema, nachdem das Schulministerium das ursprünglich für dieses Jahr angekündigte Inklusionsgesetz erst mal auf Eis gelegt hat. Aber ob mit oder ohne Gesetz, ob früher oder später: Die Schulen werden sich darauf einstellen müssen, dass immer mehr Eltern statt einer Förderschule eine sogenannte Regelschule für ihr Kind wählen.

Und darauf müssen die Kollegien von der Grundschule bis zum Gymnasium vorbereitet sein. Unterstützung erhalten sie jetzt vom Kompetenzteam der Städteregion, das einen Fortbildungstag für Lehrer aller Schulformen zum Thema „Umgang mit Heterogenität in Lerngruppen“ auf die Beine gestellt hat.

„Die Zeiten, als wir sagen konnten ‚Das ist Sache der Förderschulen, da haben wir nichts mit zu tun.‘ sind vorbei“, stellt Helmut Hagemann vom Kompetenzteam, das Schulen schon seit einigen Jahren in vielen Bereichen bei der Konzeptentwicklung hilft, klipp und klar fest. Und er spricht aus Erfahrung: „Bei uns am Couven-Gymnasium haben wir zum Beispiel sieben Autisten.“

An vielen Schulen in der Städteregion werden bereits Kinder mit besonderem Förderbedarf unterrichtet, und es werden immer mehr werden. Deshalb erstaunt es Hagemann und seine Kollegen im Kompetenzteam, „wie wenig Anfragen zu Inklusion bisher gekommen sind, wir können uns das nicht erklären“. Fortbildungs- oder Beratungsbedarf gebe es sicherlich – je nach Schulform und bisheriger Arbeitsweise mal mehr, mal weniger.

Mit dem Fortbildungstag zur Heterogenität Mitte März geht das Kompetenzteam also in die Offensive, obwohl der Zeitdruck weg ist. Qualifizierte Moderatorinnen und Moderatoren werden in 25 Workshops intensiv thematisch arbeiten, sagt Hagemann, ohne langes Vorgeplänkel. Nach einer kurzen Begrüßung gehe es gleich in die Gruppen. „Das haben die Teilnehmer im Vorjahr so angeregt“, sagt er.

Es gibt Workshops für Lehrer aller Schulformen, aber auch solche nur für die Sekundarstufen. Es geht um interkulturelle Kompetenz, um Lernstörungen, um individuelle Förderung, um Erwartungshaltungen und vieles mehr. Maximal 20 Teilnehmer werden pro Workshop zugelassen. „Wer sich schnell anmeldet, hat noch die große Auswahl“, sagt Hagemann und fügt an, dass die Moderatoren jederzeit auf Wunsch auch in die Schulen gehen, um dort ganze Kollegien fortzubilden.

Der Fortbildungsnachmittag findet am Freitag, 15. März, von 14 bis 17 Uhr in der Gutenberg-Schule in Stolberg statt. Anmeldungen zu einem der Workshops sind bis zum 10. März im Internet möglich. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an martina.fleuth@kt.nrw.de oder an helmut.hagemann@kt.nrw.de.

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