Mit dem Rad von Aachen nach Jülich

Von: mabie
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Die Bagger stehen bereit: Mit dem symbolischen ersten Spatenstich wurden gestern in Würselen die Bauarbeiten für den Bahntrassenradweg zwischen Aachen und Jülich begonnen. Die erste Teilstrecke zwischen würselen und Alsdorf soll Ende des Jahres fertig sein. Foto: Markus Bienwald

Städteregion. Längst säumen Bäume und sattes Grün große Teile der früheren Bahnstrecke zwischen Aachen-Nord und Jülich. Auch wenn es nicht mehr überall erkennbar ist, wo bis in die 1980er-Jahre hinein mit den markanten roten Schienenbussen beispielsweise der Schülerverkehr abgewickelt wurde – in der Erinnerung vieler Menschen in der Städteregion lebt die Strecke weiter.

Und jetzt wird die Trasse wiederbelebt, allerdings nicht als Bahn-, sondern als Radtrasse. Auf insgesamt 27,5 Kilometern Länge entsteht hier bis Ende des Jahres 2016 eine asphaltierte, schnelle Radverbindung zwischen Aachen und Jülich. Gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Kommunen Aachen, Würselen, Alsdorf, der Städteregion und dem Kreis Düren setzte Städteregionsrat Helmut Etschenberg am Donnerstag in Würselen den symbolischen ersten Spatenstich für den ersten Bauabschnitt auf städteregionalem Gebiet.

Wenig Steigungen

5,6 Kilometer lang ist der Streckenabschnitt von dort nach Alsdorf. Für den Bau des drei bis vier Meter breiten Radweges werden rund 13.000 Kubikmeter Boden ausgehoben, 12.000 Kubikmeter Frostschutzkies und Schotter als Untergrund verarbeitet sowie wie 21.000 Kubikmeter Asphalt aufgetragen. Zudem entstehen zwei Brücken, eine 5,5 Meter lange an der Poststraße und eine 16 Meter lange an der L 164. Die Kosten für diesen ersten Bauabschnitt, der bis Ende des Jahres fertiggestellt sein soll, betragen rund 1,6 Millionen Euro.

„Wir können dankbar sein, dass die Trasse weitestgehend offengeblieben ist“, freute sich Etschenberg über den neu genutzten Baugrund. Er wünschte sich, dass der Radweg den Anspruch eines Premiumprodukts erfüllen wird und den hohen Qualitätsanforderungen von Fernradwanderwegen und Bahntrassenradwegen entspricht. „Als attraktive Alternative zum Auto“ sieht Etschenberg die Strecke an, die weitgehend autofrei, mit geringen Steigungen und mit Vorrang für Radfahrer bei der Querung von Anliegerstraßen gestaltet wird.

„Wenn wir tatsächlich eine Verlagerung des Verkehrs auf das Rad schaffen wollen, müssen wir auch Wege auf Premium-Niveau anbieten“, sagte er. Würselens Bürgermeister Arno Nelles ergänzte, dass in Zeiten der „Multimobilität“ auch die Region Aachen das Rad stärker in die Verkehrsplanungen einbinden müsse. Zwar habe es in Würselen Diskussionen über das Für und Wider dieses Weges gegeben, die Nelles als berechtigt ansah. „Inzwischen unterstützen aber eine Menge Menschen das Projekt“, betonte er.

Der Bahntrassenweg bietet die Chance, Pendler zum Umstieg vom Pkw auf das Rad zu animieren. Zudem ist er geeignet, den Tourismus im Nordkreis, vor allem den Tagestourismus, zu fördern. Denn entlang des Radweges befinden sich in allen Kommunen touristische und Freizeitangebote wie den Brückenkopfpark in Jülich, den Tierpark in Alsdorf, Freizeitbad Aquana und Stadtgarten Würselen, Carolus-Thermen und vieles mehr in Aachen.

Der gestern begonnene erste Bauabschnitt führt vom Stadtgebiet Würselen aus bis nach Alsdorf-Ofden und soll Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. 2015 folgt der Weiterbau bis zum Anschluss an die Trasse auf dem Gebiet des Kreises Düren, wieder ein Jahr später folgt dann der letzte Abschnitt von Kaisersruh in Würselen zum Prager Ring in Aachen und macht die 27,5 Kilometer lange Strecke Aachen-Jülich dann komplett.

Aktuell beziffert die Städteregion die Projektkosten auf 4,8 Millionen Euro, wovon das Land NRW rund 3,6 Millionen Euro (75 Prozent) übernimmt.

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