„Leser fragen - Ärzte antworten”: Bei Beschwerden keine Scheu haben

Von: ath
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Stolberg. Sicherlich gebe es angenehmere Themen als Blähungen oder Durchfall, sagt Privatdozent Dr. Dr. Christoph Dietrich. „Aber das ist unser tägliches Brot, und wenn die Beschwerden belastend sind, sollte man darüber reden.”

Ganz wichtig sei, bei Beschwerden, die über einen längeren Zeitraum bestehen, keine falsche Scheu zu haben, und das Gespräch mit dem Arzt zu suchen. Gemeinsam mit Oberarzt Dr. Frank Drouven beantwortete der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Bethlehem-Gesundheitszentrum Stolberg bei unserer Telefonaktion „Leser fragen - Ärzte antworten” Fragen zu unspezifischen Bauchbeschwerden und zum Reizdarmsyndrom.

Das Beschwerdebild ist vielfältig, ebenso die möglichen Ursachen. Das zeigte auch die Aktion. Viele der Anrufer klagten über Symptome wie Blähungen, Aufstoßen, vorübergehende Schmerzen, Brennen, Völlegefühl, Übelkeit oder auch wechselndes Stuhlverhalten. Bei einigen Betroffenen seien die Beschwerden noch nicht genauer diagnostiziert worden, sagt Dr. Dietrich.

Ihnen empfahlen die beiden Magen-Darm-Spezialisten (Gastroenterologen), diese abklären zu lassen. Bei anderen seien schon Untersuchungen gemacht, aber nicht fortgeführt worden. So schilderte eine Anruferin, sie hätte immer wieder episodenweise Beschwerden, die auf einen Reizdarm hindeuten könnten. Eine Magen- und eine Darmspiegelung hätten nichts ergeben. Weiterführende Untersuchungen zum Ausschluss anderer Ursachen seien jedoch bislang nicht gemacht worden.

Ein Reizdarmsyndrom lasse sich nicht über einen Befund alleine nachweisen, so die Spezialisten, es müssten auch andere Ursachen ausgeschlossen werden. „Endoskopischen Untersuchungen wie Magen- oder Darmspiegelung sind eines, aber da gibt es noch mehr. So sollte beispielsweise auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten getestet werden sowie funktionelle Darmuntersuchungen gemacht werden”, empfahl Dr. Dietrich. Diese speziellere Diagnostik übernähmen niedergelassene Gastroenterologen oder auch spezielle Krankenhausabteilungen. Nicht immer sei die Ursache für die Beschwerden jedoch rein organisch. Im Darm träfen Körper und Seele zusammen, sagt Dr.Dietrich. Oft seien psychische Belastungen Auslöser. Auch das müsse bei einer umfassenden Diagnostik berücksichtigt werden.

Findet man die Ursachen, lassen sich die Beschwerden behandeln und beseitigen oder zumindest lindern. „Steckt eine Unverträglichkeit eines bestimmten Nahrungsmittels, etwa Milchzucker, dahinter, dann reicht es, darauf soweit es geht zu verzichten.”

Beim Reizdarmsyndrom gibt es laut Dr. Dietrich Unterformen: Durchfall, Schmerzen, Verstopfung. Sie alle ließen sich medikamentös behandeln. Doch so individuell die Diagnostik sei, so individuell sei auch die Therapie. Was dem einen helfe, müsse nicht auch für den anderen Patienten passen. Außerdem seien die Beschwerden nicht immer Anzeichen für eine gesundheitliche Störung. „Das Blähproblem ergibt sich zum Teil auch aus unserer gesunden Ernährung mit Kohlehydraten, Obst, Gemüse und Salat. Das ist dann bis zu einem gewissen Grad völlig normal”, erklärt Dr. Drouven. Deshalb sei es wichtig, mit seinem Arzt offen zu reden, um abklären zu können, was sie auslöse.
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