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Kriminalitätsopfer: Weißer Ring appelliert an mehr Verständnis

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Forderung: Die Perspektive von Kriminalitätsopfern sollte nach Ansicht der Vereinigung Weißer Ring fest im Lehrplan aus- und weiterbildender Einrichtungen der entsprechenden Berufsgruppen integriert sein.

Städteregion. Wer beruflich mit Kriminalitätsopfern zu tun hat, muss sich besser in deren Situation hineinversetzen können. Dies fordert der Weiße Ring am Tag der Kriminalitätsopfer.

„Ob Anwälte, Richter oder Mitarbeiter von Behörden: Viele, die in ihrem Berufsleben mit Kriminalitätsopfern zu tun haben, gehen zu wenig auf deren Anliegen und Wünsche ein, da sie sich nicht hinreichend in deren Lage hineinversetzen können“, kritisiert Jella Volk, ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Weißen Ring in der Städteregion Aachen. „Das muss sich dringend ändern.“

Oft sei es nicht nur das Verbrechen selbst, an dessen Folgen Opfer körperlich und psychisch jahrelang leiden. Auch mangelnde Sensibilität derer, die beispielsweise im Verlauf eines Strafverfahrens mit Opfern in Kontakt kommen, sorge für zusätzliche Belastung. „Häufig fehlt der Blick dafür, was Opfer brauchen und was ihnen beim Verarbeiten der Tat hilft“, stellt Volk fest.

Der Weiße Ring fordert aus- und weiterbildende Einrichtungen der entsprechenden Berufsgruppen auf, die Perspektive von Kriminalitätsopfern fest in ihre Lehrpläne zu integrieren. „Es geht darum, das richtige Bewusstsein für die Situation von Opfern zu schaffen und so zu einem sensibleren Umgang mit ihnen beizutragen“, so Volk.

Der Weiße Ring gibt seine über 40-jährige Expertise in Sachen Opferhilfe und Opferrechte bereits an Externe weiter. So bietet die Weiße Ring Akademie für Berufsgruppen, die mit Opfern in Kontakt treten, spezielle Seminare und Schulungen an: zum Beispiel Seminare für Anwälte oder Polizisten zum Opferentschädigungsgesetz oder zur psychosozialen Prozessbegleitung.

Auch in der professionellen Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter steht die Vermittlung der Opferperspektive beim Weißen ring an oberster Stelle.

Opferhelfer durchlaufen unter anderem Seminare, in denen Inhalte zu den Themen Opferrechte inner-und außerhalb von Strafverfahren vermittelt werden. Auch das Thema Psychotraumatologie nimmt einen hohen Stellenwert ein, um den richtigen Umgang mit traumatisierten Opfern zu erlernen. Ebenfalls wichtig ist das Thema Kommunikation, um in der Beratung und im direkten Kontakt mit Opfern den richtigen Ton zu treffen und die Balance zwischen Nähe und Distanz zu wahren. „Opfer brauchen Profis“, sagt Volk. „Nach diesem Prinzip arbeitet der Weiße Ring seit über 40 Jahren.“

Insgesamt rund 3200 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in bundesweit 420 Außenstellen für den Weißen Ring im Einsatz. In der Städteregion Aachen sind es 17 Mitarbeiter. Sie leisten unter anderem Trost und Beistand, hören geduldig zu und begleiten bei Behördengängen. Darüber hinaus vermitteln sie materielle Hilfen oder nehmen ihre Lotsenfunktion wahr, um im Hilfenetzwerk des Weißen Rings weiterzuvermitteln.

Opferhilfe-Profis werden gebraucht: „Wir freuen uns über jeden, der ein Ehrenamt übernehmen und sich in diese Gesellschaft einbringen will“, sagt Volk. Interessierte seien herzlich willkommen.

Auch und gerade junge Menschen könnten aus der Übernahme eines Ehrenamtes praktischen Nutzen und persönlichen Mehrwert ziehen. „Viele betrachten es als gute Investition in die Zukunft“, stellt Volk heraus. Wer Interesse an einem Ehrenamt beim Weißen Ring hat, kann sich bei Klaus Beyard, Außenstellenleiter beim Weißen Ring in der Städteregion Aachen, Kontaktdaten Telefon 0151/55164612 Mail: WeisserRing-Aachen@t-online.de melden.

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