Konzert bringt Profis und Schüler zusammen

Von: Daniel Gerhards
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Hochklassige Musik: Beim Konze
Hochklassige Musik: Beim Konzert „Rock meets Klassik” zeigen die Instrumentalisten vom Gymnasium Herzogenrath starke Leistungen. Foto: Daniel Gerhards

Städteregion. Dr. Martin Eibach betritt die Bühne in der Aula des Herzogenrather Gymnasiums. Seine 50 jungen Musiker vom Eurode-Jugendsymphonieorchester (EJO) sitzen schon bereit. Als Eibach den Taktstock hebt, geht es los.

Das Orchester spielt Schubert. Alle tragen ein dunkles Hemd -alle, außer einem. Ein Schüler trägt Weiß. Beim ersten Ton löst er sich aus dem Feld der Instrumentalisten. Seine Tanzdarbietung ist selbstverständlich nicht spontan. Sie ist Teil des Konzepts, dass beim Konzert „Klassik meets Rock” - und bei allen Vorbereitungen - angewandt wurde: Genres sollen aufeinander treffen. In diesem Fall klassische Orchestermusik und moderner Tanz.

Zum Konzert war die Aula am vergangenen Sonntag voll besetzt. Möglich wurde das außergewöhnliche Konzert durch das landesweit aufgelegte Programm „Kulturrucksack”, das in der Städteregion vom Amt für Kultur und empirische Forschung mit dem Projekt „Music is fun” in Schulen realisiert wird. Es soll musikbegeisterten jungen Menschen zwischen 10 und 14 Jahren eine Plattform bieten, sich in Kooperation mit professionellen Musikern, Künstlern, Performern und Schauspielern musikalisch, darstellerisch und gestalterisch zu präsentieren. Insgesamt beteiligen sich elf Schulen und kulturelle Einrichtungen aus sieben Städten.

Die Herzogenrather Jugendlichen arbeiteten etwa Warner Poland (Nina Hagen Band), Fred Sauer (Keyboarder für Peter Fox) oder Irene Borguet-Kalbusch (Tanzschuldirektorin und Choreographin) zusammen und entwickelten dabei eine Konzert- und Tanzperformance. Sie schrieben ihre eigenen Musikstücke, arrangierten Stücke selbst, machten einen Hip-Hop- und Modern-Dance-Workshop und probten richtig viel.

„Die Zusammenarbeit mit den Profi-Musikern schafft musikalische Vorbilder für die Jugendlichen und bringt neue Impulse in die regionalen Netzwerke der Kunstszene”, erklärt Dr. Nina Mika-Helfmeier, Kulturbeauftragte der Städteregion.

Höchstleistung der Jugendlichen

Neben den ambitionierten jungen Musikern des EJO waren auch 26 Schüler des Gozo Youth Orchestra aus Malta dabei. Die beiden Gruppen kooperieren schon seit Jahren. Beeindruckend war das Arrangement von Schuberts „Unvollendeter” für die beiden Orchester und eine Rock-Band. Fred Sauer hatte die Leitung.

Leitmotiv des Konzerts waren „Fragmente”. Damit bezieht man sich auf Schuberts „Unvollendete”, die den Kern des Konzerts bildet. Die Symphonie weist - anders als für die Zeit üblich - nur zwei statt vier Sätze auf. Warum Schubert nie den dritten und vierten Satz schrieb, ist bis heute unbekannt. „Das ist auch ein Anreiz, über das Thema Fragment nachzudenken”, sagte EJO-Leiter Eibach.

Eibach ist zugleich Musiklehrer am Herzogenrather Gymnasium. Und die Unterstützung durch das Programm „Kulturrucksack” war für die Schule Gold wert. „Als Schule hätten wir so ein riesiges Projekt nie stemmen können”, sagt er. Entscheidend war neben der professionellen Hilfe der Berufsmusiker das „große Engagement” der Jugendlichen, die sich „gegenseitig zur Höchstleistung motiviert” hätten.
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