Kommentiert: Langeweile pur statt lebhafter Debatte

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Kommentiert: Langeweile pur statt lebhafter Debatte

Ein Kommentar von Jutta Geese

Sternstunden der Auseinandersetzung mit den politischen Gegnern und/oder der Verwaltung waren Debatten über den Haushalt einst. Es gab mal Fraktionsvorsitzende, auf deren Reden man gespannt wartete.

Es gab Redner, die nicht nur einen vorbereiteten Text mehr oder weniger gekonnt vom Blatt ablasen, sondern die auf die Beiträge ihrer Vorredner eingingen. Mal bissig, mal ironisch, mal lobend. Und meist entwickelte sich nach den Haushaltsreden, auch nach öden, eine lebhafte Diskussion, zwar nicht immer über die Inhalte, sondern über Wortwahl und Stil der jeweils Andersdenkenden.

Lebendig aber waren solche Sitzungen immer, jedenfalls fast immer. Und heute? Langeweile pur! Die Haushaltsreden werden Wort für Wort vom Blatt vorgelesen. Spontane Reaktionen auf Vorredner? Fehlanzeige. Und jetzt gibt es nicht einmal eine Haushaltsdebatte.

Nach den sechs Reden der Fraktionsvorsitzenden meldete sich niemand mehr zu Wort. Ohne Diskussion wurde der Etat verabschiedet. Wie langweilig! Haben die Politiker ihr Pulver schon bei den Beratungen in den Vorwochen verschossen? Oder heben sie sich ihre Argumente für den bevorstehenden Wahlkampf auf? Hoffentlich Letzteres!

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