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Kniebeschwerden: Arthrose bekommt jeder, der alt genug wird

Von: ath
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Arthrose
Arthrose: Eine Operation sollte immer die letzte Option sein. Foto: dpa

Eschweiler. Wir werden immer älter, fühlen uns aber immer länger noch jung. Auch in einem Alter, in dem sich die Generation unserer Eltern und Großeltern „aufs Altenteil“ zurückgezogen hat, wollen wir noch aktiv mitten im Leben stehen. Wer dabei nicht immer mitspielt, sind unsere Gelenke.

Arthrose bekomme jeder, der alt genug werde, lautet die ernüchternde Feststellung von Dr. Oliver Heiber dazu. In unserem evolutionären Bauplan sei das mit dem hohen Alter schlicht nicht vorgesehen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Ture Wahner hat er unsere Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ zum Thema „Kniebeschwerden“ betreut.

Folgerichtig hatten die beiden Chefärzte der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie am St.-Antonius-Hospital Eschweiler es vor allem mit älteren Anrufern zu tun, von denen viele auch noch im fortgeschrittenen Alter sportlich aktiv sind. Die beschriebenen Beschwerden hätten vom Meniskusschaden bis zu verschiedenen Stadien der Arthrose gereicht, so die Experten.

Einige Anrufer waren bereits deswegen operiert worden, hatten aber noch immer oder erneut Probleme mit den Kniegelenken. Die Fragen, die die meisten umtrieben, waren die nach einer zweiten Meinung zu einer vorgeschlagenen Therapie sowie nach Alternativen zu einer Operation. Die sollte immer die letzte Option sein.

Ein künstliches Gelenk sei ein „Weg ohne Wiederkehr“, weshalb das gut überlegt sein sollte, so die beiden Spezialisten. „Wenn es nicht gerade nach einem Unfall ist und akuter Handlungsbedarf besteht, sind das keine Muss-OPs. Dabei geht es vor allem um die Verbesserung der Lebensqualität. Über das ob, was und wann entscheidet der Patient selbst“, sagt Dr. Oliver Heiber.

Wichtig seien daher eine gründliche Diagnostik, eine gute Aufklärung durch den Facharzt und eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken im individuellen Fall. Das höhere Lebensalter äußere sich nicht nur im Verschleiß der Gelenke sondern auch in Begleiterkrankungen, zum Beispiel des Herz-Kreislauf-Systems. Das alles sollte vor einem Eingriff gut abgeklärt werden.

Es müsse aber auch nicht immer ein Eingriff sein, wie die beiden Ärzte am Telefon vermittelten. Oft könne schon mit konservativen Methoden eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Manchmal reiche schon, wie bei einer Anruferin, die regelmäßige Einnahme eines Schmerzmedikaments und das Einreiben des betroffenen Knies.

Auch mit speziellen Schuhen, die Fehlstellungen der Beinachse wie O- oder X-Beine ausglichen und so die Belastung des Kniegelenks reduzierten, könnten gute Ergebnisse erzielt werden. Hilfreich seien außerdem eine Reduzierung des Gewichts sowie Bewegung. Schmerzende Gelenke zu schonen, sei falsch, Bewegung ernähre den Knorpel.

Immer wieder nachgefragt war auch der Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln. Dazu gebe es keine aussagekräftigen Studien, die die Wirksamkeit bewiesen, erfuhren die Anrufer. Man mache aber auch nichts verkehrt damit, betonten die Gelenkspezialisten.

Ein weiteres Stichwort war die Hyalurontherapie. Damit erziele man häufiger positive Ergebnisse, erläuterte Dr. Heiber. Allerdings nützten Hyaluronspritzen nur etwas, solange noch Knorpel im Gelenk vorhanden sei, und man müsse berücksichtigen, dass eine Spritze ins Gelenk ein invasiver Eingriff sei. Eine mögliche Infektion könne großen Schaden anrichten. Bei ihnen in der Klinik laute daher die Vorgabe „solange wir nicht genau wissen, was im Gelenk los ist, keine Spritze“ und wenn, dann nur unter sterilen Bedingungen und bei Infektfreiheit des Patienten.

Bei allen Therapien, die bei Kniebeschwerden zum Einsatz kommen, sei wichtig, sie müssten zur Situation des Patienten passen und gegebenenfalls immer wieder mal angepasst werden. So lasse sich dann auch im Alter, wenn Arthrose schon nicht völlig zu vermeiden sei, noch einiges an Lebensqualität erhalten.

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