Stolberg - Kita-Streiks: Auch Eltern beteiligen sich

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Kita-Streiks: Auch Eltern beteiligen sich

Von: Christina Diels
Letzte Aktualisierung:
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Gestreikt wurde am Mittwoch wieder in ganz NRW, allerdings beteiligten sich in Stolberg auch viele Eltern. Foto: Diels

Stolberg. Angelina von Winterfeld hat ihr Auto am Rand des Jordanplatzes geparkt. Sie steigt nicht aus. Zwischen Rückbank und Beifahrersitz turnt ihr Sohn mit einem Freund. „Ich will mir den Streik nur angucken”, sagt die Stolbergerin. Die Fensterscheibe hat sie heruntergekurbelt.

Angelina von Winterfeld streikt nicht mit. Auf den bunten Protest schaut sie mit Abstand.

Rund 600 Erzieherinnen, Eltern und Kinder aus Düren, Eschweiler, Aachen, Stolberg und Herzogenrath haben sich am Mittwochmorgen auf dem Jordanplatz versammelt. Kinder spielen mit Luftballons, Erzieherinnen in roten Verdi-T-Shirts halten Plakate in die Luft.

Angelina von Winterfeld bleibt im Auto sitzen. Sie verstehe den Ärger der Erzieherinnen über die schlechten Arbeitsbedingungen. „Der Streik geht in Ordnung, aber nicht in dem Ausmaß. Ich bin auch Arbeitnehmerin.”

Für diese Woche hat sie kurzfristig Urlaub genommen. Wenn weiter gestreikt wird, müsse sie sich mit anderen Müttern abwechseln. „Sonst verliere ich meinen Job.”

Mehr Verständnis hat Melanie Meyer aus Eschweiler. Ihre Tochter trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich streike für meine Erzieherinnen.” Melanie Meyer will streiken, bis die Ziele erreicht sind. „Nur wenn es den Erzieherinnen gut geht, geht es auch meinem Kind gut”, sagt sie.

Vorne steht die Stolberger Verdi-Sprecherin Christa Haupts und bedankt sich bei den Streikenden. Sie sei überwältigt von der Solidarität der Eltern, Kinder und Vertreter kirchlicher Träger. Nicht nur aus Stolberg, sondern auch aus der Region. Verdi-Gewerkschaftssekretär Viktor Petje ist mit 260 Aachenern in Bussen nach Stolberg gereist.

Haupts hofft, dass der Streik bald etwas bewegt: für mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung.

Ilona Theiner aus Stolberg, Mutter von zwei Kindern, fordert von der Stadt die Kindegartenbeiträge anteilig zurück. Und sie unterstützt die Erzieherinnen in ihrem Streik. Ihre Kinder habe sie zum Glück untergebracht.

Eine Mutter, die am anderen Rand des Jordanplatzes steht, hat kein Verständnis. Wie Angelina von Winterfeld beobachtet sie das Geschehen mit Abstand. „Ich streike nicht, ich wollte mir das Spektakel nur mal angucken”, sagt sie.

„Wir als Mütter müssen uns arrangieren und die Kinder sind teilweise traumatisiert. Weil sie von Notgruppe zu Notgruppe weitergebeben werden”, sagt sie verärgert.

Ihre Zwillinge werden nach den Sommerferien eingeschult. Sie verpassen ihre letzten Wochen im Kindergarten und können keine Schultüten basteln.
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