„Kinder haben keine Airbags”: Grüne und rote Karten für Autofahrer

Von: Daniel Gerhards
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Kinder reden Autofahrern ins G
Kinder reden Autofahrern ins Gewissen: Gemeinsam mit Verkehrssicherheitsberater Heiner Bonders von der Aachener Polizei verteilten die Kleinen von der Kita KiLiBa grüne und rote Karten. Foto: Daniel Gerhards

Aachen. Bereits 15 Verkehrstote gab es im laufenden Jahr in der Städteregion. Das ist eindeutig zu viel. Zu schnelles Fahren war dabei die häufigste Ursache.

Um weitere Unfälle zu vermeiden, setzen Städteregion und Polizei auf Prävention und starteten gestern morgen die erste Verkehrssicherheitsaktion „Kinder haben keine Airbags”. An der Kindertagesstätte „Kinder lieben Baesweiler” (KiLiBa) redeten die Kindergartenkinder den Autofahrern selber ins Gewissen.

Eigentlich sollte an der Baesweiler Grabenstraße für jeden Autofahrer klar sein, dass er sein Gaspedal nicht zu weit durchtreten darf. Denn in unmittelbarer Umgebung gibt es einen weiteren Kindergarten, eine Grundschule und mehrere weiterführende Schulen.

Tempo 30 ist da das Maximum. „Die Aktion ist uns ein besonderes Anliegen. Der Elternrat hat sich schon mehrfach bei uns beschwert, dass hier zu schnell gefahren wird”, sagt Petra Flegel-Winkler, Leiterin der Kita.

Von den älteren Kindern der Kita gab es für die Autofahrer rote und grüne selbst bemalte Karten zum Thema Verkehrssicherheit. Rote für die, die zu schnell unterwegs waren, und grüne für diejenigen, die sich Vorschriftsmäßig verhielten.

Ein Radarmesswagen der Städteregion war einige Meter vor der Kita postiert, damit auch klar war, ob die Autofahrer sich an die Regeln halten. Und die Kinder wissen auch genau, warum sie die Aktion machen: „Damit die Autofahrer beim nächsten Mal nicht so schnell fahren.”

Zwei uniformierte Polizisten waren zur Unterstützung der Kleinen mit dabei. „Die Kinder machen das wirklich toll. Wir brauchen fast gar nichts zu sagen. Die haben sich im Kindergarten gut darauf vorbereitet”, sagt Heiner Bongers, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Aachen.

Bongers hofft, dass die Aktion einen bleibenden Eindruck hinterlässt. „Prävention funktioniert oft nur über Repression. Die Einsicht kommt nur, wenn es den Leuten ans Portemonnaie geht”, sagt er.

Am Montag gab es allerdings keine Strafzettel, sondern nur ein paar warme Worte. Denn, wenn die Ermahnung nicht von den Behörden, sondern von den Kindern kommt, könnten die Autofahrer auch ohne Strafe einsehen, dass sie in Zukunft langsamer fahren sollten. „Einer Frau war das so peinlich, dass sie fast geheult hätte”, sagt Bongers. Und das obwohl sie nur wenige Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho hatte.

Die Fahrer reagierten allesamt freundlich auf die Aktion. „Ich hatte den Eindruck, dass sich die Autofahrer gefreut haben”, sagt Gregor Jansen, Ordnungsdezernent der Städteregion. Und die meisten verhielten sich auch vorbildlich. Dass es an diesem Morgen verkehrsmäßig vor der Kita eher ruhig war, liegt an den Schulferien.„Wenn die Schule wieder losgeht, ist hier schon was los”, sagt Flegel-Winkler.

Bei denen, die angehalten wurden, hofft Jansen derweil darauf, dass sie auch in Zukunft langsam und umsichtig fahren. Jansen: „Uns kommt es darauf an, schwere Unfälle zu vermeiden.”
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