Kandidaten für den Städteregionsrat: Thomas Griese (Grüne)

Von: Jutta Geese
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„Eine Außenseiterchance habe ich durchaus”: Dr. Thomas Griese (Grüne) geht zuversichtlich in die Wahl zum Städteregionsrat. Foto: Jutta Geese

Aachen. Das Datum seines Umzugs von Göttingen nach Aachen, wo er eine Stelle als Arbeitsrichter bekommen hatte, wird Dr. Thomas Griese, Kandidat der Grünen für das Amt des Städteregionsrates, wohl nie vergessen. „Das war am 26. April 1986 - und da war Tschernobyl. Das vergisst man nie.”

Erst recht nicht, wenn man sich wie der heute 52-Jährige schon seit Mitte der 70er Jahre in der Anti-Atomkraft-Bewegung engagiert hat.

Damals war der gebürtige Westfale in der Landjugend aktiv, schließlich stammt er aus einer Bauernfamilie im Kreis Soest. „Wir haben beispielsweise Trecker-Demos zum AKW Hamm-Uentrop organisiert”, erinnert sich Griese. „Das war für mich der Einstieg in die Politik, und das Reaktorunglück in Tschernobyl hat dann dazu geführt, dass ich einen Schwerpunkt auf die Energiepolitik gelegt habe.”

Nach wie vor ist er der Überzeugung, dass Atomenergie nicht nur Risiken birgt, sondern „dass man sich damit Monopolisten ausliefert, Atomenergie kann man nämlich nicht in mittelständischen Unternehmen erzeugen”.

Parteipolitisch hat Griese sich allerdings erst viel später, im Jahr 1996, gebunden. „Ich habe zwar immer schon mit den Grünen sympathisiert und mich über ihre Erfolge gefreut”, sagt er. Aber erst einmal standen andere Dinge im Vordergrund - zunächst nach dem Abitur der Zivildienst als Rettungssanitäter, dann das Jurastudium in Gießen und später in Göttingen, das Referendariat und 1986 die Promotion zum - heute wieder höchst aktuellen - Thema „Arbeitsrecht und Datenschutz” und schließlich der Job, aber auch die Familiengründung mit Hochzeit im Jahr 1982 und Geburt der beiden Kinder in den Jahren 1984 und 1987.

Die Politik der Grünen hat er in all den Jahren natürlich aufmerksam begleitet. Doch es war nicht seine Nähe zu dieser Partei, die dem Arbeitsrichter 1995 die Berufung zum Staatssekretär ins Düsseldorfer Umwelt- und Verbraucherschutzministerium unter Ministerin Bärbel Höhn einbrachte, sondern sein Job. „Ich wurde 1993 ins NRW-Arbeitsministerium abgeordnet, Franz Müntefering war damals Minister.” Und da ist Bärbel Höhn wohl auf ihn aufmerksam geworden und hat ihm den Job als Staatssekretär angeboten. Zehn Jahre lang war Griese in dieser Position nicht nur verantwortlich für eine Behörde mit insgesamt über 5000 Beschäftigten, sondern hat auch inhaltlich einiges mitgestaltet.

„Am Zustandekommen des Nationalparks Eifel, gegen den es anfangs ja erhebliche Widerstände gab, war ich beteiligt”, sagt er mit gewissem Stolz. Und daran, dass der Bau von weiteren sechs Müllverbrennungsanlagen in Nordrhein-Westfalen verhindert worden ist. „Wir hätten sonst einen gigantischen Überschuss an Kapazitäten, und die Müllgebühren wären noch höher”, ist Griese überzeugt.

Spannende zehn Jahre seien das in Düsseldorf gewesen. Viel gelernt habe er da. Vieles, was er als Städteregionsrat gut gebrauchen könne. Wie man eine Verwaltung führt etwa. Aber auch, „dass es sich lohnt, sich für Ziele einzusetzen”. Auch wenn man nicht immer oder nicht immer gleich erfolgreich ist. Bärbel Höhn imponiert ihm noch heute, wegen ihrer Klarheit und weil „sie sich nie hat verbiegen lassen und sich nicht gescheut hat, sich um der Sache willen mit denen anzulegen, die Macht haben”. Aus diesen Erfahrungen leitet Griese eine Aufforderung vor allem an junge Leute ab: „Informiert euch, schluckt nicht alles, engagiert euch!”

All seine Erfahrung und seine Ideen möchte Griese jetzt in die Städteregion einbringen. Und er gibt sich zuversichtlich: „Eine Außenseiterchance habe ich durchaus. Ich glaube, dass unsere Wahlaussagen gut ankommen: Wir sind die, die Umweltarbeit mit Arbeitsplätzen und Wirtschaftspolitik am besten verbinden.”
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