Kandidaten für den Städteregionsrat: Helmut Etschenberg (CDU)

Von: Udo Kals
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„Das ist unsere Zukunft”: Helmut Etschenberg kandidiert für die CDU für das Amt des Städteregionsrates. Foto: Michael Jaspers

Monschau. Ein Mann der lauten Töne ist er nicht. Auch jetzt im Wahlkampf nicht. Natürlich dröhnt Helmut Etschenbergs Stimme dann und wann einmal durch die Lautsprecher. Aber die Hemdsärmel, die lässt der 62-Jährige auch hinter dem Rednerpult lieber unten.

Im Wahlkampf will der seit 1993 amtierende Kreisdirektor authentisch bleiben. Das ist ihm wichtig. Und das heißt: verbindlich und prägnant in den Aussagen, akkurat und erkennbar im Aussehen.

Dabei setzt der CDU-Kandidat voll auf die Städteregion. „Das ist unsere Zukunft, davon bin ich felsenfest überzeugt”, sagt Etschenberg. Auch wenn dies viele Menschen derzeit nicht groß interessiert - Etschenberg spielt konsequent diese Karte. Und er profiliert sich als gestaltende Kraft und als Gesicht des Zusammenschlusses von Stadt und Kreis Aachen.

Das geht soweit, dass er seit seiner Nominierung zum Spitzenkandidaten im November vergangenen Jahres bei jedem Termin eine grüne Krawatte umgebunden hat und wenn es die Temperaturen erlauben einen gleichfarbigen Schal trägt. Grün - das ist zwar auch die Farbe des potenziellen Koalitionspartners. Grün ist aber in diesem Fall die Farbe der Städteregion. „Ich will mit der Städteregion identifiziert werden”, sagt der gebürtige Aachener, der seit seiner Amtszeit als Monschauer Stadtdirektor in dem Eifelstädtchen lebt.

Neben allen Äußerlichkeiten will Etschenberg, der seine Verwaltungslaufbahn 1963 mit 15 Jahren als Auszubildender beim Kreis Aachen begonnen hatte, auch inhaltlich Akzente setzen. Und das hat er parteiintern schon im Vorfeld getan: „Voraussetzung für meine Kandidatur war, dass das Wahlprogramm meine Handschrift trägt. Und es gibt keine Inhalte, für die ich nicht stehe.”

Dass Etschenberg inhaltlich besonderen Wert aufs Soziale legt, ist keine Überraschung. Schließlich war er schon in den 70er Jahren Leiter des Kreissozialamtes und ist seit seiner Rückkehr an die Zollernstraße Kreissozialdezernent. „Wir müssen uns auch um die Menschen kümmern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen”, sagt Etschenberg, der zudem die Städteregion als „Bildungs- und Wissensregion” etablieren will. „Das ist zwar viel Arbeit, aber wir sind auf einem tollen Weg”, sagt der Kandidat, der betont, kein klassisches CDU-Programm zu vertreten.

„Bei den Themen Familie und Integration beispielsweise haben wir intern schon stark diskutiert und ein sehr modernes Papier vorgelegt, hinter dem die Partei steht”, sagt der politische Quereinsteiger, der seine Zukunft eigentlich anders gestalten wollte - als Rentner in Monschau und Frankreich. Doch als der „ausgeguckte” CDU-Kandidat, Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens, kurz vor Toresschluss im vergangenen Jahr abgesagt hatte, sprang Etschenberg - nach Rücksprache mit seiner Frau Anita, wie er betont - ein.

„Ursprünglich wollte ich der Städteregion zum Start nur Windeln anlegen”, sagt der Kreisdirektor, der seit April 2009 eigentlich schon Pensionär sein sollte. Jetzt will er das Baby in den sechs Jahren Amtszeit bis zur Grundschule begleiten. Dann wäre er 68. „Ich weiß, was ich mir aufhalse. Aber wenn ich etwas mache, dann mache ich es ganz.”

Und so absolviert er derzeit die Termine zu mehreren Dutzend in der Woche. „Anstrengend ist das”, gibt er freimütig zu, während er erneut die E-Mails auf seinem Blackberry kontrolliert. Doch gerade der enge Terminplan mit den zahlreichen Bürgerkontakten gebe ihm ein „gutes Gefühl”, dass er es schafft, dass die Wähler ihm vertrauen. So nah dran wie Etschenberg ist jedenfalls keiner der sechs Bewerber. Räumlich zumindest. Denn wenn der Kreisdirektor am 30. August gewinnen sollte, müsste er im Kreishaus die Kartons nur durch sein Vorzimmer tragen und nebenan im Büro des Landrats fallen lassen - und er wäre am Ziel angelangt.
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