Kandidaten für den Städteregionsrat: Erich Spies, UWG

Von: Udo Kals
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Der Wahlkampf hat begonnen: Erich Spies, Kandidat der UWG für den Posten des Städteregionsrates. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Horst Schnitzler? Natürlich kennt Erich Spies den Aachener OB-Kandidaten der Unabhängigen Wählergemeinschaft. Doch von der Aachener UWG ist die im Kreis Aachen, für die Spies für das Amt des Städteregionsrates kandidiert, so weit entfernt wie die FDP von der Linkspartei.

Als bürgerlich bezeichnet der Eschweiler seine und die Politik der unabhängigen Gruppierungen im Kreisgebiet, die je nach Kommune als UWG, FWA, FWB oder Bürgerforum 21 firmieren und sich für die Wahl zur Städteregion unter der Dachmarke Freie Wähler (FW) zusammengeschlossen haben. Die Aachener Bürgerliste (ABL), die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Aachen und die Aachener UWG sind nicht beteiligt.

Guten Ideen zu Mehrheiten zu verhelfen, das hat sich Spies als Leitsatz auf seine Fahnen geschrieben, das versteht er als eines der Anliegen der UWG. Und zu diesen guten Ideen gehört für den Juristen zweifellos auch jene, dass die UWG, deren Farben er seit 1994 im Eschweiler Stadtrat vertritt, überhaupt einen Kandidaten in das Rennen um den Posten des Städteregionsrates schickt. Noch im Dezember hatte die UWG-Spitze im Kreis einen solchen Schritt ausgeschlossen, wegen mangelnder Erfolgsaussichten. Doch seit Mai haben die Unabhängigen mit Spies einen Kandidaten. Und der sagt: „Wir müssen im Wahlkampf Präsenz zeigen. Das ist wichtig.”

Der städteregionale Wahlkampf, der hat jetzt erst so richtig begonnen. Seit einigen Tagen hängen die Plakate, auf denen die Unabhängigen den etablierten Parteien - ob CDU oder SPD, ob Grüne oder FDP - das Misstrauen aussprechen. Einen Marathonwahlkampf über Monate hinweg, davon halten Spies und seine Mitstreiter wenig. Zumal der finanzielle Aufwand kaum zu stemmen sei, sagt der 65-Jährige und betont, dass die UWG keine Partei, sondern eine Wählervereinigung sei und als Verein nicht von der Parteienfinanzierung profitiere. Und so fällt der Wahlkampf im Vergleich zu vielen Mitbewerbern eben kleiner aus.

Dieses Anderssein der UWG, das gefiel Spies, der bis zu seiner Pensionierung die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer Aachen leitete, schon früher, das gefällt dem verheirateten Vater eines Sohnes auch noch heute. „Parteienverdrossenheit, nicht Politikverdrossenheit” sei für ihn der Grund gewesen, vor 15 Jahren die UWG in Eschweiler mit zu gründen, erzählt Spies, der Vorsitzender der Ratsfraktion ist und von 1997 bis 1999 Vize-Bürgermeister war. „Abseits von Parteibüchern die Kompetenz der Bürger zu bündeln und in die Kommunalpolitik einzubringen, war und ist unser Ziel”, sagt er.

Nicht nur vor Ort in Eschweiler, sondern auch in Alsdorf und Würselen, in Stolberg und Simmerath, in Monschau und im Kreis Aachen, wo die Unabhängigen in Räten und Kreistag vertreten sind. „Es ist wichtig, über den Tellerrand zu schauen und künftig auch in der Städteregion mitreden zu können. Das ist eine Keimzelle mit einem enorm großen Potenzial, die unserer Region ein ganz anderes Gewicht geben wird”, erläutert Spies sein Engagement. Dass er auf Platz 10 der UWG-Reserveliste steht und wohl nicht in den Städteregionstag einziehen wird, ficht ihn nicht an. Selbstbewusst geht er ins Rennen um den Chefsessel. Ein zweistelliges Ergebnis will er holen und damit besser abschneiden als Renate Ortmanns-Lilge, die 2004 als UWG-Landratskandidatin 6,03 Prozent erhielt.

Wie er das schaffen will? „Ich halte nichts davon, 20 Seiten an Versprechungen in die Welt zu setzen”, sagt Spies und hält das „relativ knappe Wahlprogramm” in Händen, dessen große Linien er umreißt: „Bürgernähe stärken, solide Haushaltsführung, Aufgabenkontrolle, Stärkung des Ehrenamtes und Rahmenbedingungen für Jobs schaffen.” Und er verspricht: „Wir sind kritisch, kompetent und offen für neue Ideen.”
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