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Inkontinenz: Viele Betroffene verschweigen aus Scham ihr Leiden

Von: ath
Letzte Aktualisierung:
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Dr. Gabriele Kuepper

Städteregion/Eschweiler. Fast fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einem dauerhaften oder zeitweise auftretenden Urinverlust oder beklagen Beschwerden bei der Blasenentleerung. Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher. Inkontinenz ist immer noch ein Tabuthema, weshalb viele Betroffene nicht den Mut aufbringen, einen Arzt zu kontaktieren. Aus Schamgefühl und Angst verschweigen über 60 Prozent ihr Leiden.

Häufige Folgen sind Isolation und Hoffnungslosigkeit. Im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ informieren am Mittwoch, 21. November, Dr. Gabriele Küpper, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, und Dr. Petra Anheuser, Leitende Oberärztin der Klinik für Urologie und Kinderurologie am St.-Antonius-Hospital Eschweiler, über Diagnose, Therapie und Umgang mit Inkontinenz sowie Beckenbodenschwäche.

„Probleme können bei einer Beckenbodenschwäche beziehungsweise einer Beckenbodensenkung oder auch bei einer nervalen Reizleitungsstörung der Harnblase auftreten“, erläutert Dr. Küpper. Urinverlust und Blasenbeschwerden seien oft keine isolierten Symptome, sie gingen vielmehr häufig mit Veränderungen des Beckenbodens oder der Blase selbst einher. Zu beachten sei, dass ein Verlust von Urin ganz unterschiedliche Ursachen haben könne, die wiederum einer unterschiedlichen Therapie bedürften, sagt Dr. Anheuser. „Nicht selten gibt es auch Kombinationen aus unterschiedlichen Ursachen, die erst durch gezielte Untersuchungen differenziert werden können.“ Diese Unterscheidung sei die Voraussetzung für eine effektive Therapie der Inkontinenz mit anhaltendem Ergebnis.

Wichtig sei, dass sich Betroffene an den Arzt ihres Vertrauens wendeten, der an den Spezialisten weiterleiten könne, damit nach ausführlicher Diagnostik eine entsprechende Therapie ausgearbeitet werden könne. „Inkontinenz ist in vielen Fällen heilbar“, wie Dr. Küpper erklärt.

Nicht selten zeigen sich beim Thema Inkontinenz und Erkrankungen des Beckenbodens Überschneidungen zwischen dem Fachbereich Urologie und Gynäkologie oder auch der Chirurgie/Proktologie. Am St.-Antonius-Hospital haben sich die Fachbereiche daher zum Kontinenz- und Beckenbodenzentrum zusammengeschlossen, um den Patienten eine umfassende und zielgerichtete Diagnostik und Therapie zu ermöglichen. So verfügt die Klinik für Urologie und Kinderurologie über alle diagnostischen Verfahren, die zur Abklärung einer Inkontinenz und Beschwerden im Bereich des Beckenbodens notwendig und hilfreich sind: einen sogenannten urodynamischen Messplatz nach modernsten Richtlinien, ein neues digitales Röntgengerät, das einen maximalen Strahlenschutz gewährleistet, verschiedene Ultraschalluntersuchungen und endoskopische Verfahren einschließlich der Blasenspiegelung. Hinzu kommt das gesamte Spektrum konservativer und operativer Verfahren zur Behandlung einer Inkontinenz und von Blasenbeschwerden bei der Frau und beim Mann. Hierzu gehören neben allen gängigen Verfahren die Anwendung von Botulinum-Toxin in der Blase bei Drangbeschwerden bei beiden Geschlechtern sowie die Band-Operation beim Mann.

Fragen zum Thema Inkontinenz und Beckenbodenschwäche beantworten Dr. Gabriele Küpper (l.), Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St.-Antonius-Hospital Eschweiler, und Oberärztin Dr. Petra Anheuser am Mittwoch, 21. November, zwischen 16 und 18 Uhr.

Die Telefonnummern, unter denen die beiden Expertinnen dann zu erreichen sind, geben wir am Aktionstag in einer gesonderten Meldung bekannt.

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