Kreis Aachen - Gewaltige Einkommensunterschiede in den Kreiskommunen

Gewaltige Einkommensunterschiede in den Kreiskommunen

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:

Kreis Aachen. Die Einkommensunterschiede unter den Kreiskommunen sind gewaltig: Während jeder Einwohner in Baesweiler im Jahr 2007 rechnerisch ein verfügbares Einkommen von 15.202 Euro hatte, konnte jeder Roetgener im gleichen Jahr 27.215 Euro ausgeben.

Doch die von den Landesstatistikern am Montag veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2007 werfen Fragen auf. Wieso dümpelt Baesweiler seit Jahren landesweit am unteren Ende der Rangliste (Platz 389 unter 396 Kommunen), obwohl die Stadt eine enorme Entwicklung erlebt hat? Woran liegt es, dass Roetgen (Platz 12) und Monschau (21) ebenso konstant weit vorne liegen, während Eschweiler seit 2004 um 31 Plätze auf Rang 348 gefallen ist? Und nicht zuletzt: Wie kommen solche Zahlen eigentlich zustande?

„Das ist eine ziemlich komplizierte Berechnung”, sagt Leo Krüll, Pressesprecher des Landesbetriebs Information und Technik. „Die Zahlen werden mit einem speziellen Verfahren aus den Daten verschiedener Statistiken ermittelt.”

Dazu gehören etwa die Einkommensteuerstatistik, Ergebnisse des Mikrozensus - einer repräsentativen Stichprobenerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bevölkerung -, die Beschäftigungsstatistik, „und eine ganze Reihe weiterer”, sagt Krüll.

Zum Einkommen zählen bei Arbeitnehmern Löhne und Gehälter, bei Selbstständigen ihr Gewinn und bei allen Einkommen aus Vermögen sowie Sozialleistungen wie Renten, Kindergeld oder Arbeitslosengeld. Steuern und Sozialabgaben werden davon dann abgezogen, um das sogenannte verfügbare Einkommen zu errechnen.

„Das Ganze geht nach dem Wohnortprinzip”, erläutert Krüll. Das heißt, es spielt keine Rolle, wo jemand arbeitet. Nicht eingerechnet werden jedoch Arbeitseinkommen aus Belgien oder den Niederlanden, „weil uns die erforderlichen Unterlagen nicht zur Verfügung stehen”, sagt er.

Am Ende wird aus der für eine Kommune ermittelten Gesamtsumme ein Durchschnittswert pro Kopf errechnet - vom Baby bis zum Greis. Leben in einer Stadt also viele Kinder, drückt das den Schnitt ebenso wie ein hoher Anteil an Arbeitslosen, weil diese kaum Einkommen haben.

Umgekehrt heben einige Einwohner, die gut verdienen, den Schnitt nach oben. „Wenn zehn Leute jeweils 20.000 Euro Einkommen haben und einer 900.000 Euro, ergibt das ein Durchschnittseinkommen von 100.000 Euro”, rechnet Krüll vor. „Das ist ein utopischer Schnitt, aber der eine zieht die anderen mit hoch.” Statistik eben.

Das Einkommen in den neun Kommunen

Statistisch gesehen hatte im Jahr 2007 jeder Einwohner - vom Baby bis zum Greis - im Kreisgebiet ein verfügbares Einkommen in Höhe von 17.804 Euro.

Die Zahlen für die einzelnen Kommunen: Alsdorf 16.192 Euro, Baesweiler 15.202 Euro, Eschweiler 16.761 Euro, Herzogenrath 17.228 Euro, Monschau 26.068 Euro, Roetgen 27.215 Euro, Simmerath 19.441 Euro, Stolberg 17.916 Euro, Würselen 18.278 Euro.

Für die Stadt Aachen haben die Statistiker ein verfügbares Pro-Kopf-Einkommen in Höhe von 18.150 Euro ermittelt.
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